Betrieb und Gewerkschaft

Bremen: Autositzhersteller Lear will Belegschaft erpressen

Bremen (Korrespondenz), 30.03.13: Auf der Betriebsversammlung von Daimler Bremen am 19. März 2013 wurde vom 1. Bevollmächtigten der IG Metall Bremen, Volker Stahmann, bekanntgegeben, dass bei Lear Cooperation, einem Autositzhersteller in Bremen, die Kollegen erpresst werden sollen.

Die Lear Cooperation ist ein bedeutender Zulieferer für Daimler in Bremen. Sie bauen die Sitze für die meisten Modelle. Bei Lear in Bremen arbeiten ca. 800 Leute. Ende des Jahres läuft ein Extra-Tarifvertrag für diese Kollegen aus. Sie werden nun genauso erpresst wie die Bochumer Opel-Belegschaft: es wird verlangt, dass der Einführung der 38-Stunden-Woche ohne Lohnausgleich zugestimmt wird sowie der Entlassung von 66 Kollegen - andernfalls würden ca. 400 der Arbeitsplätze in Bremen nach Braunschweig oder Polen verlagert.

Auf der Betriebsversammlung musste der Werkleiter vom Betriebsratsvorsitzenden vor der Belegschaft geschützt werden. Die Kollegen reagierten danach mit einer Art "Bummelstreik". Ihre Empörung ist groß und ein "richtiger" Streik liegt in der Luft. Der würde auch Daimler empfindlich treffen.

Ein Teil der Kollegen hat die trügerische Hoffnung, Daimler würde die Lear-Angriffe auf die Belegschaft deswegen nicht zulassen. Es ist aber wohl eher so, dass das, was jetzt bei Lear passiert genauso wie die Stilllegungsankündigung bei Opel Bochum der Beginn der offenen  Abwälzung der Krisenlasten auf die Arbeiter durch die Konzerne sein könnte.

Am 6. April kommen nun die IGM-Mitglieder des Betriebes zusammen, um über das weitere Vorgehen zu entscheiden.