Politik

Faschisten in der Defensive

Faschisten in der Defensive

Magdeburg (Korrespondenz), 10.10.13: Im Bundestagswahlkampf waren die Faschisten in Sachsen-Anhalt politisch in der Defensive. In Magdeburg plakatierten sie erst eine Woche vor der Wahl und auch nur in wenigen Stadtteilen. Infostände gab es gar nicht. Zu einer provokativen Kundgebung am 14. September von "Pro Deutschland" gegen den linken Infoladen in Magdeburg-Stadtfeld kamen sechs Faschisten. Die Polizei ging mit einer Beweissicherungs- und Festnahme-Einheit der Bereitschaftspolizei (BFE-Einheit) massiv gegen Antifaschisten vor.

Das "NPD-Flaggschiff" auf Deutschland-Tour bestand aus einem beklebten LKW mit riesigen Lautsprecherboxen. Zehn Faschisten begleiteten die Tour. Nur vier Nazis aus Magdeburg wollten die faschistischen und ausländerfeindlichen Sprüche am 19. September hören. Mit Gittern sperrte die Polizei für sie einen Platz am Hauptbahnhof ab. 100 Antifaschisten protestierten. Nach einer Stunde zog die NPD ab und fuhr nach Halle. Dort errichteten 250 Antifaschisten zeitweise Blockaden.

Finanzielle Probleme, Streit und Konkurrenz zwischen den faschistischen Organisationen und vor allem die stärker werdende antifaschistische Bewegung haben die Faschisten in die Defensive gedrückt. Je aggressiver sie auftreten, desto weniger sind sie in der Lage, breitere Teile der Bevölkerung für sich zu gewinnen. Dennoch darf das faschistische Gedankengut nicht unterschätzt werden. Der konsequente Kampf gegen die Faschisten, die Forderung nach Verbot aller ihrer Organisationen und ihrer Propaganda ist nach wie vor dringend nötig.