Betrieb und Gewerkschaft

Leihfirma pleite - Kollegen um den Lohn betrogen

Oberhausen (Korrespondenz), 12.10.13: Große Aufregung herrschte am gestrigen Freitag bei Leiharbeitern von "Alpha Personalmanagement GmbH", die zum Teil seit mehreren Jahren bei MAN Diesel&Turbo eingesetzt sind. Ihnen wurde lapidar mitgeteilt, ihre Firma sei in Konkurs und sie hätten sich nach Feierabend zu einer Versammlung einzufinden.

Die Firma mit Sitz in Bochum hat an den Standorten Duisburg, Köln, Kassel, Bochum und Ulm 364 Beschäftigte. Bereits vor vier Tagen hat das Insolvenzgericht in Bochum einen "vorläufigen Insolvenzverwalter" bestellt, ohne dass gegenüber den Kollegen auch nur ein Sterbenswörtchen verloren wurde. Insolvenzverwalter Bernd Depping erklärte, man wolle jetzt die Löhne bis Ende November sichern und: "Je reibungsloser der Geschäftsbetrieb an allen Standorten fortgeführt wird, desto größer werden die Chancen auf eine nachhaltige Sanierung mit den Instrumenten der Insolvenzordnung im Interesse aller Beteiligten."

Auf deutsch: weitermalochen, damit die Forderungen der Banken befriedigt werden, ohne zu wissen, ob man schließlich dafür den Lohn erhält. Alle Beschäftigten mussten ein Zeitkonto von 150 Stunden ansparen, das auf jeden Fall futsch ist, weil nicht gegen Insolvenz versichert. "Alpha" zeichnete sich bereits vor der Insolvenz dadurch aus, dass Kollegen Schicht- und Überstundenzuschläge nicht erhielten und der Tarifvertrag der IG Metall über "Branchenzuschläge für Leiharbeiter" unterlaufen wurde, indem der Branchenzuschlag einfach mit Fahrgeld oder Auslöse verrechnet wurde.

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