Wirtschaft

Mehrere hundert Demonstranten beim Protest gegen Leiharbeit und für höhere Löhne im Handel

Mehrere hundert Demonstranten beim Protest gegen Leiharbeit und für höhere Löhne im Handel
Mehrere hundert Demonstranten strömten durch die Stuttgarter Innenstadt (rf-foto)

Stuttgart (Korrespondenz) 11.10.13: Mehrere DGB-Gewerkschaften wie IGM, NGG, IG BAU und ver.di sowie die katholische Betriebsseelsorge hatten aus Anlass des "Welttags für menschenwürdige Arbeit" am 7. Oktober zum Protest auf den Stuttgarter Marktplatz eingeladen. Darunter waren eine starke Delegation mit 150 Metallern aus Sindelfingen, die Stuttgarter Montagsdemonstration und auch die MLPD. Auffallend waren die streikenden ver.di-Kolleginnen und -Kollegen von Karstadt, H&M, Esprit und anderen Handelsketten mit ihren selbst gemachten Schildern, die mehrere Wäscheleinen füllten.

Sie kämpfen um den Erhalt des von den Unternehmern gekündigten Manteltarifvertrages und für die Forderung "1 Euro brutto mehr pro Stunde für jeden", wie ver.di-Sekretärin Christine Frank ausdrücklich unterstrich. Losungen wie "Weihnachten steht vor der Tür - wir auch!" sollen verdeutlichen, dass sie sich dem Druck nicht beugen wollen. Kämpferische Grüße gingen auch an die heute streikenden Journalisten großer Tageszeitungen.

IGM-Sekretär Uwe Meinhardt verurteilte die jüngste spalterische Hetze von Südwestmetall-Chef Wolf gegen die angeblich zu hohen Löhne der Metaller. Er trat für den gemeinsamen Kampf der Gewerkschaften der Metaller wie der im Handel Beschäftigten ein. Auf ein eindeutiges Wort gegen die breit in die Kritik geratenen Werkverträge bei Daimler warteten die Teilnehmer allerdings vergebens. Das von ihm lediglich geforderte Abstellen des "Missbrauchs von Werkverträgen" hat sich inzwischen ja selbst die Geschäftsleitung von Daimler an Revers geheftet. Jeder der aufgegriffenen Missstände - egal in welcher Branche auch immer - war auf jeden Fall ein gewichtiger Grund, um am 19. Oktober zur Herbstdemonstration nach Berlin zu fahren.