Betrieb und Gewerkschaft

Hauptartikel in neuer Extra-Ausgabe von "Der Blitz"

03.04.13 - Unter der Überschrift "Nach dem A sagen wir auch B: Jetzt aktiv den Streik organisieren!" erschien heute eine neue Extra-Ausgabe der gemeinsamen Zeitung von Kollegen für Kollegen aller Opel-Werke und Zulieferer in Deutschland, "Der Blitz". Hier der vollständige Text des Hauptartikels:

Vor der Abstimmung in Bochum waren Spannung und Zweifel groß: "Wird die Mehrheit ablehnen?" Umso größer die Freude, Erleichterung und der Stolz nach der Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses: die Mehrheit hat der Erpressung durch GM und dem Verrat durch die IGM-Führung widerstanden! Auf der Belegschaftsversammlung wurde bekannt, dass die Auslerner weiter bis Jahresende beschäftigt werden müssen - ein Erfolg der Kampfeinheit von Jung und Alt! Die Ablehnung des Vertrags ist ein Signal für die ganze Arbeiterbewegung, die mit ähnlichen "sozialverträglichen Lösungen" zur kampflosen Vernichtung von zigtausende Arbeitsplätzen bei TKS, EON ... erpresst werden soll.

Die IG-Metall-Führung hat selbst zugegeben, dass allein am Verhandlungstisch nur ein Ergebnis rauskommen kann: "Mehr war nicht drin." Aber: die Bochumer IG-Metall-Mitglieder haben bewiesen: "Wir sind die Gewerkschaft!" und wir sind mit eurem Kniefall vor GM nicht einverstanden. Mehr ist drin, wenn wir jetzt zum Streik übergehen! Ein Kollege: "Gestern habe ich dich noch als kommunistischen Träumer bezeichnet, heute bin ich glücklich über die Einheit der Belegschaft. Wir können kämpfen. Jetzt müssen wir richtig streiken - noch besser als 2004."

Wenn wir Gewerkschafter an der Basis zu Wort kommen und handeln, werden unsere Kraft und Ideenreichtum in einem neuen Kampf zur Entfaltung kommen. Wir haben A gesagt, jetzt sagen wir auch B. Die Peugeot-Kollegen streiken schon 11 Wochen.

- Jetzt ist jeder von uns gefordert, Verantwortung zu übernehmen und den Streik ganz konkret vorzubereiten und zu organisieren! Die Gewinnung der Mehrheit der Kollegen und ihrer Familien dafür, die Organisation, Leitung, die Forderungen, die bundesweite und internationale Koordinierung usw. Das wird uns keiner abnehmen. Einen solchen Streik darf nach deutschem Recht der Betriebsrat nicht ausrufen - aber wir Gewerkschafter müssen ihn aktiv führen, die Gewerkschaft zur Kampforganisation machen und wir fordern ein allseitiges und vollständiges Streikrecht!

- Jetzt unsere Streikkasse aufbauen! Das BASTA-Frauenkomitee hat mit der Spendensammlung begonnen und zeigt, dass es die Solidarität ernst meint. Das Soli-Fest hat bewiesen, dass die Menschen hinter uns stehen. Die streikenden Peugeot-Kollegen haben über 200.000 Euro gesammelt. Das können wir auch!

- Jetzt noch besser organisieren! In der IG Metall aktiv, als Vertrauensleute mit Verantwortung für alle, als Mitarbeiter an dem "Blitz", der seit Jahren systematisch aufklärt und uns Mut macht. Als Mitglied in der MLPD, die keine Rücksicht auf die Profitinteressen nimmt und dafür arbeitet, dass Ausbeutung und Unterdrückung endlich abgeschafft werden.

Wenn jetzt Hoffnungen ausgestreut werden, dass mit Neumann andere Ergebnisse erzielt werden können, dem sagen wir klar: Neumann ist auch nur ein Handlanger für die Profitinteressen von GM! Sofort nach der Ablehnung des Vertrags hat er gesagt, dass sie jetzt nicht mehr verhandeln und noch mal bestätigt, dass das Werk 2014 geschlossen wird. Deshalb ist jetzt klar, es gibt nur einen Weg: Streik! Mit unserem NEIN haben wir unseren Stolz gezeigt. Warum sollen wir jetzt buckeln? Dass in den anderen Werken eine "Mehrheit" für den Vertrag gestimmt hätte, kam ja nur durch Scheinabstimmungen und Desinformation zustande. Sie kannten weder den ganzen Vertrag noch wurden Diskussionen zugelassen. An diesen Erpresservertrag ist die Belegschaft nicht gebunden. ...

Besonders übel war die Propaganda, die Zustimmung zum Vertrag sei ein Akt der Solidarität mit den Bochumern. Solidarität sieht anders aus! Sie zeigt sich nicht in salbungsvollen Worten, sondern an der aktiven Vorbereitung und Organisierung eines Streiks, dem gemeinsamen Kampf um jeden Arbeits- und Ausbildungsplatz und für menschenwürdige Arbeitsbedingungen!

Das wird auch die Einheit der ganzen Konzernbelegschaft herstellen.