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Schulen in Chicago sollen geschlossen werden

Chicago (Korrespondenz), 09.04.13: Die horrende Staatsverschuldung in den USA hat immer gravierendere Auswirkungen. Die Autostadt Detroit ist zahlungsunfähig und mehrere kalifornische Gemeinden haben bereits im vergangenen Jahr Insolvenz angemeldet. In Chicago, Präsident Obamas Heimatstadt, sollen vom nächsten Schuljahr an 54 Schulen und 61 Schulgebäude geschlossen werden. Darunter sind 53 Grundschulen. Das Defizit des Schulbezirks Chicago, drittgrößter öffentlicher Bezirk der USA, beträgt jährlich (umgerechnet) eine Milliarde Euro.

Bürgermeister Rahm Emanuel hatte noch im Präsidentschaftswahlkampf für bessere Zeiten geworben, Bildung war eines der Hauptthemen. Zwar behauptet der Schulbezirk, fehlende Auslastung sei die Ursache. Die Lehrergewerkschaft "National Education Association" berichtet jedoch, dass fast 90 Prozent der von den Schließungen betroffenen Kinder Afro-Amerikaner sind, die großteils in den ständig wachsenden Armenvierteln leben. Durch die Schulschließungen bekommt die grassierende Kriminalität von Kindern und Jugendlichen weiter Auftrieb, Analphabetentum breitet sich aus. Im reichsten Land der Welt.