Politik

Rentnerin stirbt nach Zwangsräumung der Wohnung

13.04.13 - In Berlin, wo bereits seit vergangenen Jahr über 100.000 Menschen der Zwangsumzug droht und 65.000 Wohnungskündigungen ausgesprochen wurden, verstarb am Donnerstag die 67-jährige schwerbehinderte Rentnerin Rosemarie F. zwei Tage nach Zwangsräumung ihrer Wohnung in der Wärmestube der Berliner "Kälte-Nothilfe". Die Räumung wurde am 9. April 2013 mit Hilfe von 140 Polizisten durchgesetzt. Einige hundert Menschen demonstrierten an diesem Tag gegen den Rauswurf. Noch im Februar 2013 hatte das Berliner Landgericht die Zwangsräumung vorläufig gestoppt, die Gerichtsvollzieherin hatte bereits die Schlösser der Wohnung ausgetauscht.

Auch damals hatten einige hundert Menschen dagegen protestiert. Letzte Woche war durch ein fachärztliches Attest bestätigt worden, dass der schwerbehinderten und schwer Kranken Rosemarie F. eine Zwangsräumung nicht zuzumuten sei. Die Todesursache soll noch durch eine Obduktion geklärt werden. Die Schwerbehinderte hat offensichtlich dem Druck und Stress nicht standhalten können, berichtete ein Vertreter der "Kälte-Nothilfe". (www.gegen-hartz.de)

Bei einer Kundgebung vor der Wohnung der Verstorbenen haben am Freitagabend über 200 Menschen von Rosemarie F. Abschied genommen und mit Plakaten und Sprechchören gegen die Praxis der Zwangsräumung und Mietsteigerungen demonstriert.