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Martialische Bürgerkriegsübung nach Terroranschlag in Boston

21.04.13 - Der Terroranschlag beim Boston-Marathon am 15. April, bei dem drei Menschen ihr Leben verloren und rund 180 verletzt wurden, wurde von der Obama-Regierung zum Vorwand für eine massive Bürgerkriegskriegsübung genützt. Die MLPD verurteilt entschieden individuelle bzw. faschistische Terroranschläge wie in Boston, bei denen ganz bewusst völlig unschuldige Menschen in den Tod gezogen oder mit langjährigen Folgen traumatisiert werden. Wenn man den US-Behörden glauben kann, geht der Anschlag auf das Konto islamistischer Faschisten aus Tschetschenien, die bereits seit mehreren Jahren in die USA ausgewandert sind.

Nach dem Anschlag lief in den USA eine beispiellose Bürgerkriegsaktion an. Die Bahngesellschaft Amtrak ließ keine Fernzüge mehr in die Millionenstadt an der Ostküste fahren. Der gesamte Nahverkehr im Großraum Boston wurde eingestellt. Schulen, Universitäten und Geschäfte blieben geschlossen. Die Nationalgarde fuhr in Panzerwagen Patrouille. Die Anwohner wurden in automatisierten Anrufen aufgefordert, in ihren Häusern zu bleiben, "es würde geschossen". Die bei Boston gelegene Stadt Watertown, in der nach dem Bruder des inzwischen getöteten Tamerlan Zarnajew gesucht wurde, wurde regelrecht abgesperrrt. Hunderte von Polizisten durchkämmten die Stadt und durchsuchten fast alle Wohnungen.

Kaum ist die Fahndungsaktion beendet, beginnt in den USA die Diskussion über einen weiteren Abbau bürgerlich-demokratischer Rechte und Freiheiten. So forden führende bürgerliche Politiker, die Einwanderungsrechte weiter einzuschränken. Dem gefassten schwer verletzten Bruder von Tamerlan Zanarjew, dem 19-jährige Dschochar Zarnajew, sollen - wie den Guantanamo-Häftlingen - sämtliche bürgerlich-demokratischen Rechte wie z.B. das Recht auf einen Anwalt vorenthalten werden.

Allein mit der Suche nach einem Verdächtigen ist so eine gewaltiger Einsatz des Staatsapparates nicht zu erklären. So eine Bürgerkriegsübung dient der Vorbereitung zur Unterdrückung von Massenaufständen. Es zeigt, dass die Herrschenden in den USA mit einer Revolutionierung der Massen infolge der Weltwirtschafts- und Finanzkrise rechnen. Dafür spricht, dass die ganzen Vorgänge und Verlautbarungen der US-Behörden eine Reihe von Fragen aufwerfen.

Das betrifft den ganzen Ablauf ausgehend von dem Attentat auf den Marathonlauf über den bewaffneten Überfall auf ein Geschäft, die Schusswechsel auf dem Gelände der Elite-Universität bis hin zur anschließenden Verfolgung und schließlich Tötung des verdächtigen Tamerlan Zarnajew. Auch soll die US-amerikanische Bundespolizei FBI den getöteten Tamerlan Zarnajew schon seit 2011 als "radikalen Islamisten" im Visier haben. Obwohl das FBI das Umfeld von Zarnajew intensiv durchleuchtete und seine Telefonverbindungen, Internetnutzung, Reisepläne und persönliche Kontakte überprüfte, konnte damals jedoch angeblich nichts Verdächtiges entdeckt werden.

Die Mutter der beiden mutmaßlichen Attentäter, Subeidat Zarnajewa, wiederum beteuert: "Ich bin hundertprozentig überzeugt, dass sie hereingelegt wurden." Zwar habe sich ihr älterer Sohn Tamerlan seit etwa fünf Jahren stark für den Islam interessiert: "Aber er hat nie gesagt, dass er den Weg des Dschihad einschlagen will." Das FBI habe stets gewusst, was Tamerlan tut. Den jüngeren Sohn Dschochar, der schwer verletzt wurde, forderte sie auf: "Sag ihnen die Wahrheit, sag, dass Du das nicht getan hast, dass Ihr hereingelegt wurdet." Bereits am Vortag hatte der Vater jede Schuld seiner Söhne bestritten: "Meine Kinder können keiner Fliege etwas antun." Aus den Medienberichten wiederum geht  hervor, dass Tamerlan Zarnajew im Internet - auf "Youtube" und in sozialen Netzwerken - seine islamistische Gesinnung zu erkennen gegeben habe. 

Die martialische Bürgerkriegsübung unterstreicht die Notwendigkeit, länderübergreifend gegen die Faschisierung der Staatsapparate und den Abbau bürgerlich-demokratischer Rechte und Freiheiten einzutreten. Dazu gehört auch die Forderung nach Aufklärung der tatsächlichen Hintergründe des Attentats von Boston.