Betrieb und Gewerkschaft

Warnstreiks von ver.di und IG Metall in Baden-Württemberg

Warnstreiks von ver.di und IG Metall in Baden-Württemberg
flickr: towade

20.04.13 - Am gestrigen Freitag fanden in Baden-Württemberg gleich zwei erfolgreiche gewerkschaftliche Streikaktivitäten statt. "rf-news" bedankt sich bei ihren schnellen Korrespondenten. Der ver.di-Warnstreik bei der Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (RNV) dauerte 24 Stunden bis Samstag um 3.30 Uhr. Bei der RNV arbeiten rund 1.900 Mitarbeiter. Während des Streiks fielen im gesamten RNV-Gebiet alle Straßenbahnen und Busse aus. Die bisherigen Verhandlungen verliefen ergebnislos.

Ver.di fordert eine Tariferhöhung von sieben Prozent, mindestens aber ein Plus von 200 Euro - bezogen auf eine Laufzeit von einem Jahr. Die RNV beharrt dagegen auf ihrem Angebot, die Festbeträge rückwirkend zum 1. April um 3,1 Prozent und ab 1. April 2014 um weitere 2,4 Prozent anzuheben. In dem Streik geht es auch um einen einheitlichen Tarifvertrag. Laut ver.di verdienen Mitarbeiter, die bei der RNV später eingestellt wurden, bis zu 40 Prozent weniger als Kollegen, die von früheren Verträgen profitieren.

98,7 Prozent der ver.di-Mitglieder bei der RNV stimmten in der Urabstimmung für einen Streik. Am Montag ist eine Verhandlungsrunde. Ver.di-Vertreter teilten mit, dass ab Dienstag weiter gestreikt werden kann.

Zahlreiche Passanten und Fahrgäste der RNV erklärten sich solidarisch mit den Forderungen der Beschäftigten und lehnten die von Medien und Arbeitgebern herbeigeredete Spaltung zwischen den Streikenden und ihren "Opfern in Geiselhaft" ab.

Die Wählerinitiative der Direktkandidatin der MLPD/Offene Liste, Madeleine Stockert aus Ludwigshafen, erklärte sich bei der Sammlung der restlichen Unterschriften für die Wahlzulassung in Rheinland-Pfalz ebenfalls uneingeschränkt solidarisch mit dem Streik der Beschäftigten. Sie verband ihre Solidarität mit dem Kampf um die Interessen der Arbeiterklasse im echten Sozialismus!

Ebenfalls am Freitag forderten anlässlich der zweiten Tarifverhandlung für die Metall- und Elektroindustrie Baden-Württemberg an die 5.000 Metallerinnen und Metaller die Durchsetzung ihrer Forderungen. Mit Bussen aus zahlreichen Betrieben zeigte die IG Metall Flagge.

Vertrauensleute von Daimler Sindelfingen, von Porsche usw., die direkt aus dem Betrieb mit Bussen kamen, forderten die volle Durchsetzung der aufgestellten Forderung von 5,5 Prozent mehr Geld für 12 Monate für die 740.000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Baden-Württemberg.

Auf Transparenten war zu lesen: "5,5 Prozent muss her, sonst läuft nix mehr" oder "Tasche leer, Geld muss her - 5,5 Prozent - Danke sehr". Dabei wurden in den Betrieben Forderungen aufgestellt, die weit darüber hinausgingen.

Auf der Kundgebung und den zwei Demonstrationszügen waren viele Azubis vertreten. Sie machten klar: "Wir wollen ein Stück vom Kuchen ab haben und nicht nur Krümel. Sonst hagelt es Kundgebungen und Aktionen vor den Werkstoren und in den Betrieben."