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Griechischer Plantagenbesitzer lässt auf Erdbeerpflücker schießen

19.04.13 (Korrespondenz): Durch den Druck der Troika auf Griechenland wird die Ausbeutung der Werktätigen dort immer schärfer. In der Region um die Ortschaft Manolada sind große Edbeerplantagen, die einigen mit der internationalen Agrarindustrie und den Behörden eng verquickten Plantagenbesitzern gehören. Die Saisonarbeiter stammen großteils aus Bangladesch.

Am Mittwoch ließ der Besitzer einer Plantage durch drei Vorarbeiter auf über 200 protestierende Erdbeerpflücker schießen, mindestens 28 Arbeiter wurden durch Schüsse verletzt. Die Arbeiter protestierten, weil sie seit über sechs Monaten keinen Lohn mehr erhalten. Bereits im Frühjahr 2008 kam es dort zu mehrfachen Streiks.

In einem Interview mit dem Radiosender "Vima" sprach Natasa Panagiotara, Präsidentin eines regionalen Arbeiterzentrums von einem florierenden "Sklavenbasar" zwischen den offenbar mit den Behörden gut vernetzten Plantagenbesitzern. Hinzu komme eine ebenfalls mafiös anmutende Verschlossenheit gegenüber der Außenwelt. "Keiner weiß genau, was in den Betrieben vor sich geht, da der Zutritt zu den Treibhäusern verweigert wird". Auf Druck der Öffentlichkeit wurde der Plantagenbesitzer inzwischen von der Polizei festgenommen.