Politik

Polizei attackiert Demonstration gegen Zwangsräumungen in Berlin

Berlin (Korrespondenz), 16.04.13: Am letzten Sonntag demonstrierten rund 800 Menschen in Berlin-Kreuzberg gegen Zwangsräumungen und Mieterhöhungen. Dabei wurde auch an den tragischen Tod der 67-jährigen Rosemarie F. erinnert, die nach Zwangsräumung ihrer Wohnung gestorben war. Auf Schildern und Transparenten wurde ein Aussetzen aller Zwangsräumungen gefordert. "In Berlin steigen die Mieten so stark, so dass sich Menschen mit einem niedrigen oder normalen Einkommen diese kaum mehr leisten können", betonte einer der Veranstalter. "Doch die Stadt gehört nicht allein den Reichen, sondern auch denen, die hier seit vielen Generationen wohnen."

Kritisiert wurde auch die Polizei, "die völlig kritiklos Amtshilfe leistet, um Menschen aus ihren Wohnungen zu vertreiben". Überfallartig drang die Polizei auf dem Kottbusser Damm mit Schlagstöcken und massivem Einsatz von Pfefferspray in den Demonstrationszug ein, um einen Demonstranten festzunehmen. Mehrere Menschen wurden dabei verletzt, der Festgenommene hat bei der Attacke sein Bewusstsein verloren und musste mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht werden. Nach dem Polizeiüberfall auf den Demonstrationszug brach der Veranstalter vorsichtshalber die Demonstration ab, um weitere Eskalationen zu vermeiden.