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Spanien: "Viele Familien kämpfen ums tägliche Überleben"

Valencia (Korrespondenz), 15.04.13: Mehr als die Hälfte der spanischen Familien verlor seit Beginn der Weltwirtschafts- und Finanzkrise 2008 ihr geregeltes Einkommen und Vermögen. Eine große Zahl von verarmten Familien kämpft um das tägliche Überleben. Die Schere zwischen Arm und Reich wird immer größer. Spanien nimmt den neunten Platz in der Welt in der Zahl der Millionäre ein, und über 60 Prozent der arbeitenden Bevölkerung müssen mit durchschnittlich 800 Euro Monatseinkommen zurecht kommen. Bei horrenden Kosten für die Lebenshaltung.

Drei Millionen Menschen können nur noch mit Hilfe der Caritas überleben. Die Caritas berichtet, das zunehmend Kinder komplett verwahrlost und halb verhungert zu ihnen kommen. Tausende von Kindern leiden an Unterernährung, insbesondere auf den Kanarischen Inseln, in Andalusien und der Region Extremadura an der Grenze zu Portugal, weil staatliche Zuschüsse für Essen gestrichen wurden. Damit verloren viele Kinder die einzige ausgewogene Mahlzeit am Tag.

Lehrer berichten, dass vielen die richtige Kleidung oder Bücher für die Schule fehlen und Kinder im Unterricht vor Hunger ohnmächtig werden. Die Regierung Rajoy kündigte unter dem Diktat der EU weitere Angriffe auf die Lage der werktätigen Massen an. Das wird den Widerstand gegen die Abwälzung der Krisenlasten erneut herausfordern.