Betrieb und Gewerkschaft

"Das war eine gute Übung"

Frankfurt/Main (Korrespondenz), 23.04.13: Gestern streikte das Lufthansa-Bodenpersonal bundesweit. Aus allen Bereichen beteiligten sich Kolleginnen und Kollegen des Frankfurter Flughafen. 1.000 Beschäftige zogen in einem Demonstrationszug mit Fahnen und Transparenten durch die Hallen des Flughafens. Insgesamt haben 3.000 ihre Schicht nicht angetreten.

Selbstbewusst lehnen sie das provokative Angebot der Lufthansa ab. Für 29 Monate Laufzeit werden wenig über 0,5 Prozent jährliche Lohnerhöhung angeboten. Mit dem sogenannten "Sparprogramm SCORE" will die Lufthansa ihre Profite um 1,5 Milliarden Euro steigern und weitergehende Angriffe auf die Belegschaft fahren.

Lufthansa will bewusst einen Spaltkeil in die Belegschaft treiben, indem sie nur für "wirtschaftlich erfolgreiche Geschäftsfelder" (Technik, Cargo, Lufthansa Systems) kleine Zuschläge anbietet. Es ist ein Zeichen der Einheit, dass Kollegen der unterschiedlichen Bereiche gemeinsam demonstrierten. Vorne weg marschierten Auszubildende mit großen Transparent für die "Übernahmen nach der Lehre".

Die Folgen des 24-Stunden-Warnstreiks waren spürbar. Bundesweit sind 1.700 Flüge ausgefallen. Prompt beschwerte sich das Lufthansa-Management über den hohen wirtschaftlichen und den Image-Schaden. Ein ver.di-Aktivist dazu: "Die Flüge hat ja die Lufthansa selbst vorab abgesagt – das können sie nicht den Streikenden ankreiden." Die Stimmung unter den ver.di-Kollegen ist gut und unverkennbar ihr Stolz über den gelungenen Warnstreik. Wie es weitergeht ist noch unklar, aber das provokative Angebot lassen sie nicht durchgehen. Viele stellen sich auf eine schärfere Gangart ein: "Heute war es eine gute Übung."