Umwelt

Tschernobyl mahnt - Atomenergie ist nicht beherrschbar

Tschernobyl mahnt - Atomenergie ist nicht beherrschbar
Protest am 21. April 2013 vor dem AKW Brokdorf (foto: cephir)

24.04.13 - Vor 27 Jahren am 26. April hielt der GAU des Atomkraftwerks Tschernobyl ganz Europa in Atem. Wälder über Hunderte Kilometer in der Windrichtung entfernt - bis in den Bayrischen Wald - werden auf tausende Jahre eine erhöhte Strahlenbelastung haben. Die provisorische Betonumhüllung, genannt "Sarkophag" wurde zum Symbol einer verbrecherischen Umweltpolitik. Vor zwei Monaten gab es einen massiven Einsturz nahe dem geborstenen Reaktor 4. Damit befassen sich jetzt gleich zwei Untersuchungskommissionen in der Ukraine. Ihre Ergebnisse sind alarmierend.

Die Umhüllung des Unglücksreaktors ist derart marode, dass weitere Einstürze drohen. Das könnte radioaktiver Staub aufgewirbeln und je nach Wetterlage sich wieder über Europa verteilen. Die endgültige Fertigstellung des Sarkophags war ohnehin erst im Jahr 2016 vorgesehen! Wegen der gewaltigen Überschuldung des Staatshaushalts stellt die Regierung nicht nur dieses Ziel, sondern auch aktuell notwendige Sanierungen in Frage gestellt. Offiziell besteht angeblich keine erhöhte Strahlung.

Auch in Fukushima nach der Katastrophe im März 2011 wurde offiziell die Vergiftung von Atmosphäre, Meerwasser und Boden klein geredet. Es gibt nur die Schlussfolgerung: Alle Atomanlagen weltweit müssen still gelegt werden! Stattdessen wiegelt die Bundesregierung auf eine aktuelle Anfrage von Bündnis90/Die Grünen hin die Gefahr aus Tschernobyl ab. Sie nimmt ihr Bekenntnis nach Fukushima für das Auslaufen der Atomenergie wieder schrittweise zurück.

Deutsche Monopole gehören zu den Hauptbetreibern für den Ausbau von bis zu 400 neuen Atomkraftwerken weltweit. 2 Milliarden Euro Fördermittel wurden letztes Jahr nach Brasilien für den Bau eines neuen Atomkraftwerk überwiesen. Der geplante Anlagetyp wäre in Deutschland aufgrund von Sicherheitsmängeln schon seit 1990 nicht mehr betrieben worden.

In Indien leisten Hunderttausende Widerstand gegen das derzeit weltweit größte im Bau befindliche Atomkraftwerk. Die Deutsche Bank war der Hauptkoordinator für das Aufbringen des Investitionskapitals und Siemens hatte die Technische Leitung. Auf Druck der Bevölkerung zogen sie ihre Beteiligung zurück.

In einer weltweiten Unterschriftensammlung haben die revolutionären Parteien und Organisationen der ICOR und der ILPS bisher rund 80.000 Unterschriften für die sofortige Stilllegung aller Atomkraftwerke und die Beendigung der friedlichen und militärischen Nutzung der Atomkraft gesammelt. In Anlehnung an diese Kampagne stimmten in Japan eine Million Menschen dafür. Unterschriften sind eine erste Kampfansage. Notwendig ist eine weltweite starke Widerstandsfront.

Die MLPD unterstützt den Vorschlag zu Gründung einer Umweltgewerkschaft. Der Weg zur Schaffung einer Umweltgewerkschaft wird auch am 20. Mai ein Schwerpunktthema bei der Strategiekonferenz Umweltbewegung in Schwerte sein.

www.umweltgewerkschaft.org