Umwelt

Weltweit nehmen Trockenheit und Wüstenbildung zu

Weltweit nehmen Trockenheit und Wüstenbildung zu
flickr: pato4sen

23.04.13 - In 168 Ländern der Erde breiten sich Trockenheit und Wüsten aus. Sie sind von einer zunehmenden Zerstörung der natürlichen Ressourcen Boden, Vegetation und Wasser betroffen - Ergebnis des rücksichtslosen Raubbaus an Natur und Umwelt unter dem Diktat der internationalen Monopole und der damit verbundenen Klimaerwärmung. Die Zerstörung hat dramatische Folgen: Wasser wird zum Mangelgut, die Böden versalzen oder versanden, die Vegetation geht zurück oder verschwindet vollständig. Das geht aus Berichten hervor, die Mitte April auf einer Tagung des "UN - Übereinkommens zur Bekämpfung der Wüstenbildung" (UNCCD) in Bonn vorgelegt wurden.

Betroffen sind besonders Regionen mit relativ trockenem Klima. Diese "Trockengebiete" machen rund 40 Prozent der Landfläche der Erde aus. Sie bilden den Lebensraum und die Existenzgrundlage für einen großen Teil der Weltbevölkerung. Allein im ländlichen Raum der Trockengebiete lebt rund eine Milliarde Menschen. Von der dort stattfindenden Verödung der Landschaft ist eine Fläche viermal so groß wie China betroffen. In Afrika leben 46 Prozent der Gesamtbevölkerung in Gebieten, die von Verödung bedroht sind, in Asien 39 Prozent, in Südamerika 30 Prozent. Auch im zur imperialistischen Supermacht aufstrebenden China sind über 400 Millionen Menschen von der Bodenerosion betroffen, in Indien hat die Bodenverschlechterung um das sechsfache zugenommen (UNCCD-Bericht).

Diese Entwicklung ist ein Signal der Beschleunigung des begonnenen Umschlags in eine weltweite Umweltkatastrophe. Die oberste Erdkruste, der Boden, spielt selbst eine wichtige Rolle für den Klimahaushalt der Atmosphäre. Er speichert mehr als dreimal soviel Kohlenstoff wie Pflanzen oder die Atmosphäre. Der Kohlenstoff ist dabei als Bestandteil von verschiedenen organischen Verbindungen eingelagert. Mikroorganismen bauen diese Verbindungen allmählich ab, so dass der Kohlenstoff wieder in die Atmosphäre gelangt. Durch die Verödung der Böden wird dieser Kreislauf erheblich gestört.

Die betroffene Bevölkerung kämpft gegen die Entwicklung an. So in einem Teil der Sahel-Zone (Westafrika): "In Niger gibt es eine Bewegung von Farmern und Umweltschützern, und die haben es gemeinsam geschafft, fünf Millionen Hektar Land zu regenerieren. Sie haben unter anderem Bäume gepflanzt. Daraufhin ist der Grundwasserspiegel wieder gestiegen, und nun müssen die Menschen in der Gegend auch nicht mehr einen Tagesmarsch auf sich nehmen, um an frisches Wasser zu kommen." (Luc Gnadcadja, UNCCD-Exekutivsekretär) Doch in vielen weltweit betroffenen Regionen lassen sich auf den stark verkrusteten Böden nur mit erheblichem technischem und finanziellem Aufwand wieder Bäume pflanzen.

Mit einer so genannten "Graswurzelbewegung" zur Wiederaufforstung von Wäldern allein kann die Entwicklung zum Umschlag in eine globale Umweltkatastrophe nicht aufgehalten werden. Das erfordert den weltweiten aktiven Widerstand gegen die Profitwirtschaft und letztlich den Sieg des Sozialismus. "Mit der Neuorganisation der internationalen Produktion seit den 1990er Jahren wurde die Umweltkrise zur gesetzmäßigen Erscheinung der kapitalistischen Produktionsweise. Das bedeutet, dass kapitalistische Produktion und Konsumtion nur noch auf der Grundlage chronischer krisenhafter Zerstörung der Umwelt funktionieren. Damit hat die Entwicklung des Kapitalismus einen Punkt erreicht, an dem er unvereinbar wird mit dem Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen der Menschheit" ("Morgenröte der internationalen sozialistischen Revolution", S. 190).