Betrieb und Gewerkschaft

Protestaktion am Freiburger Uniklinikum

Protestaktion am Freiburger Uniklinikum

Freiburg (Korrespondenz), 15.05.13: Gegen die angekündigte Streichung von 10 Prozent der Pflegestellen am Freiburger Uniklinikum zogen am Dienstag über 100 Beschäftigte in Arbeitskleidung und mit bunten Transparenten vors Freiburger Rathaus. Folgende Meinungen wurden auf der Protestkundgebung geäußert.

Luisa, Reinigungskraft: "Wir können unsere Arbeit nicht richtig machen, weil wir nicht mehr mit dem Herzen dabei sind. Die Patienten brauchen jemanden, der ihnen zuhört, sie aufmuntert. Immer mehr von meinen Kollegen werden krank wegen der Arbeitsbelastung. Dagegen zu protestieren, macht Mut."

Eine Krankenschwester und Stationsleiterin: "Tagtäglich müssen wir wichtige Dinge wie das Umlagern von Patienten zurückstellen, weil wir sonst die vital gefährdeten Menschen nicht versorgen könnten. Ständig solche Prioritäten setzen zu müssen, geht an die Substanz. ..."

Zwei Kolleginnen einer Intensivstation: "Unsere Station hat 4.800 Überstunden aufgebaut. Wir Beschäftigte sollen die Neubauten finanzieren, damit die Klinik lukrativer wird. Krankenhäuser werden mittlerweile als Profitunternehmen gesehen. Dabei ist Gesundheit doch ein Bereich, wo es um den Menschen gehen soll. Wir müssen unbedingt weiter protestieren und auf die Straße gehen."

Auch an der Uniklinik in Freiburg bahnt sich ein Stimmungsumschwung an. Die Patientenversorgung wird immer miserabler, wenn mit weniger Beschäftigten auf den Stationen gearbeitet wird, die durch den zunehmenden Stress dann selber auch krank werden. Dieser Arbeitshetze wird zunehmend der Kampf angesagt.