Betrieb und Gewerkschaft

Viele kritische Stimmen aus der Sindelfinger Belegschaft bei Daimler zum Metall-Tarifabschluss

Sindelfingen (Korrespondenz), 18.05.13: Am Montag, den 13. Mai, ist die ganze Belegschaft bei Daimler Sindelfingen nochmals mit vielen Schilder und in kämpferischer Stimmung hinaus marschiert. 7.000 Kolleginnen und Kollegen zeigten bei Nieselregen deutlich ihre Kampf- und Streikbereitschaft für die Lohnforderung von 5,5 Prozent. Der Abschluss zwei Tage später war für viele eine kalte Dusche. Die Laufzeit des Tarifvertrages, die Null-Monate und die Höhe des Abschlusses werden kritisiert.

Auf der Vollversammlung der Vertrauensleute am 16. Mai flogen dann die Fetzen. Lautstark machten viel Vertrauensleute am Mikrofon ihren Frust und Unmut Luft und äußerten Kritiken. "Warum wird unsere Kampfbereitschaft so negiert? Gerade für die Jugend wäre es wichtig gewesen, zu kämpfen. Sie müssen das doch lernen." "Das Schlimmste war, wie Kollegen einem die kalte Schulter zeigen: es läuft doch wie immer!" "Ist das der Eindruck, der von der Tarifrunde übrig bleiben soll?" 

"Wenn es in der Zeitung heißt, die Baden-Württemberger seien eher aggressiv und kämpferisch, dann sind wir darauf stolz! Wir glauben auch nicht. dass es nur in Sindelfingen Kollegen gibt, die kämpfen wollen. Die gibt es auch an der Küste und in NRW gerade in den Automobilfabriken", meinte ein Kollege.

Auch das Thema Werkverträge und Leiharbeit war anlässlich der Fernsehsendung vom Montag den 13. Mai in der ARD Thema auf der Vollversammlung. Es ist ist eine Sauerei, sagten viele Kollegen. Da können wir uns auf keine der Hartz-Parteien verlassen. Dafür müssen wir kämpfen und unsere Gewerkschaft zu Kampforganisationen machen.