Politik

1.000 antifaschistische Schüler bei Demo in Solingen - antikommunistische Unterdrückungsversuche gescheitert

1.000 antifaschistische Schüler bei Demo in Solingen - antikommunistische Unterdrückungsversuche gescheitert
Bild von der Demonstration am 25. Mai in Solingen (rf-foto)

Solingen (Korrespondenz), 29.05.13: Ab 12 Uhr startete heute in Solingen ein Sternmarsch gegen Rassismus und Faschismus aus Anlass des 20. Jahrestages des Brandanschlags von Solingen 1993. Schüler aus ganz Solingen hatten dazu mobil gemacht. Sie hatten von ihren Schulen frei bekommen, um sich an dieser Aktion zu beteiligen. Das nahmen auch ungefähr 1.000 Jugendliche wahr.

Auch MLPD und REBELL beteiligten sich sichtbar, kulturvoll und kämpferisch an der Aktion: mit der "Bergischen Arbeiterstimme", der Kreiszeitung der MLPD Bergisches Land, unter der Überschrift "Keinen Fußbreit den Faschisten!", mit einem Transparent und Schild zum "Verbot aller faschistischen Organisationen", mit einem offenen Mikrofon sowie Fahnen von MLPD und REBELL.

Das war jedoch nur möglich gegen massive Unterdrückungsversuche der Leitung der Bezirksschülervertretung. Ihre tonangebenden Leute wollten uns das eigenständige Auftreten verbieten, drohten mit Ausschluss aus der Demonstration, beschimpften uns teilweise aggressiv und holten schließlich die Polizei, um unsere Schilder einzusammeln, die Anlage zu kassieren bzw. uns aus dem Zug heraus zu holen. Ein ungeheuerlicher Vorgang, der vor allem von SDAJ-Mitgliedern ausging. Es ist beschämend für eine Organisation, die sich sozialistisch nennt, wenn sie den antifaschistischen Kampf auf eine antikommunistische Grundlage verpflichten will.

Das stieß unter den Schülern auf breite Kritik. Offensichtlich hatten sie sich einem Diktat von Schulleitern unterworfen, dass die Demonstration "unpolitisch" gehalten werden sollte. Die Stadt machte eine finanzielle Bezuschussung offenbar davon abhängig, dass sich die Aktion gegen "Extremismus jeder Art" wenden sollte, womit sie Faschisten und Marxisten-Leninisten demagogisch in einen Topf warfen. Und das bei einer antifaschistischen Demonstration! Dabei ist doch die größtmögliche Einheit über weltanschauliche Differenzen hinweg eine wichtige Lehre aus der Niederlage gegen den Hitler-Faschismus. Aus Antikommunismus verweigerte die SPD-Führung damals den gemeinsamen Kampf mit der KPD.

Schließlich weigerte sich auch die Polizei, gegen uns vorzugehen, was allerdings auch rechtswidrig gewesen wäre. Die überwältigende Mehrheit der Schüler nahm die Zeitung sehr interessiert. Das offene Mikrofon nutzten wir und auch einige Schüler, um sich auszutauschen, Parolen zu rufen und Lieder zu singen. Gabi Gärtner, MLPD-Direktkandidatin für die Bundestagswahl in Solingen/Remscheid/Wuppertal-West, war heute wie auch schon vor 20 Jahren dabei und berichtete vom antifaschistischen Widerstand Solingens.

Wir sammelten Unterschriften für die Einstellung zahlreicher Ermittlungsverfahren gegen Wuppertaler Jugendliche und Rebellen, die bei einer antifaschistischen Demo im März diesen Jahres verhaftet wurden. Viele Schüler wollen weiter informiert werden, kauften unsere Broschüre zum Verbot aller faschistischen Organisationen und manche gaben ihre Adresse für eine weitere Zusammenarbeit mit dem REBELL.