Umwelt

Dresden: Zehntausende im solidarischen Einsatz gegen die Hochwasserfolgen

Dresden: Zehntausende im solidarischen Einsatz gegen die Hochwasserfolgen
Gemeinsames Anpacken gegen das Hochwasser (rf-foto)

Dresden (Korrespondenz), 06.06.13: Liebe "rf-news-Leser", wir wollen Euch kurz über den Kampf gegen das Hochwasser in Dresden berichten. Nach wie vor steigt der Elbpegel, mit dem Höchststand wird im Laufe des Abends oder der Nacht gerechnet und es ist offen, ob die Marke der großen Flut 2002 erreicht oder gar überschritten wird. Inzwischen wurden rund 1.000 Menschen in Dresden evakuiert, 15.000 in ganz Sachsen, zahlreiche Schulen haben geschlossen, gefährdete Krankenhäuser mussten geräumt werden.

Bei - zum Glück strahlender Sonne - haben auch heute sicher zehntausende Dresdnerinnen und Dresdner, darunter unheimlich viele Jugendliche und Kinder, entschlossen den Kampf gegen die steigenden Wassermassen geführt und sind auch in diesen Minuten dabei, Sandsäcke zu füllen, zu schleppen, zu stappeln, zur transportieren und kämpfen - selbstlos, optimistisch und mit aller Kraft - um ihre Stadt. Es ist bewegend und sehr wichtig, was sich hier entwickelt - dazu einige O-Töne im Zusammenschnitt, die ich eben im Stadtteil Pieschen noch "eingesammelt" habe:

"Die Leute arbeiten sehr besonnen, im Vergleich zur letzten Flut kommt kaum Hektik oder Panik auf. Prägend ist auch das gewachsene Selbstbewusstsein, mit dem die Leute bei der Sache sind, z.B. in der Zusammenarbeit mit der Bundeswehr oder dem THW, die 2002 ja zum Teil ganz schön herumkommandiert haben. Die Bereitschaft zu Spenden ist groß, überall gibt es Versorgungsstützpunkte mit Essen, Getränken oder Sonnencreme, die immer wieder Nachschub aus der Nachbarschaft, von Kleinhändlern oder einzelnen Firmen bekommen. Die Arbeit wird ständig höher entwickelt, z.B. das Falten der leeren Sandsäcke, die Kettenbildung beim Stapeln oder die Beseitigung von Müll usw."

Auffallend ist, mit welcher Begeisterung und Initiative sich massenhaft Jugendliche einsetzen, die spüren, was ihnen steckt, dass sie etwas bewegen und dass es auf sie ankommt! Die Stimmung ist sehr solidarisch, hilfsbereit, alle freuen sich darüber, dass man zusammenhält und gemeinsam kämpft; das sonst manchmal so ätzende "cool sein" hat hier echt keinen Platz und das ist richtig gut so!

An unserem Versorgungsstützpunkt, der heute über viele Stunden von Mitgliedern der Wählerinitiative "Günter Slave - gemeinsam stark!" und unserem Direktkandidaten prima betreut wurde, führten wir unter anderem kurze Gespräche über die Hintergründe dieser Katastrophe. "Die sogenannten Jahrhunderte werden auch immer kürzer...", "Die Merkel braucht sich hier nicht blicken lassen, die lassen die Umweltverschmutzer doch schalten und walten...", "Wenn das erst der Anfang vom sogenannten Klimawandel ist, können wir uns auf Einiges gefasst machen...".

Der Kampf gegen das Hochwasser wird uns in den nächsten Stunden und womöglich Tagen weiter beanspruchen. Der Kampf zur Rettung der Umwelt vor der Profitwirtschaft wird mehr Zeit, Kraft, Organisiertheit und Bewusstheit verlangen. Morgen wollen wir - bei der Arbeit an den Sandbarrikaden - in geeigneter Form die Idee der Umweltgewerkschaft bekannter machen und fürs Mitmachen in der Wählerinitiative werben.

Herzliche und solidarische Grüße,
vor allem auch an Alle in den anderen Hochwassergebieten!
Eure Dresdner