Umwelt

Hochwasser-Einsätze in Halle und Magdeburg: "Das ist Subbotnik"

Hochwasser-Einsätze in Halle und Magdeburg: "Das ist Subbotnik"
Fluthelfer in Magdeburg (rf-foto)

07.06.13 - Während der Pegel in den Hochwassergebieten Süd- und Südostdeutschland seinen Höhepunkt überschritten hat und die verheerenden Folgen offensichtlich werden, breitet sich die Flutwelle jetzt vor allem in Sachsen-Anhalt aus. In den nächsten Tagen wird sie weiter auf Niedersachsen, Schleswig-Holstein und das nordwestliche Brandenburg zurollen. Wir erhielten aktuelle Korrespondenzen aus Magdeburg und Halle.

Aus Magdeburg berichtet ein Korrespondent telefonisch: "Der Höchststand des Elbpegels von 2002 ist überschritten, er liegt jetzt bei 6,80 Meter. Im Stadtteil Buckau ist die Elbe übers Ufer getreten. Unermüdlich waren gestern bis zu 100 Helfer, vor allem Jugendliche im Einsatz, um Sandsäcke zum Schutz der Wohnhäuser aufzuschichten. Beeindurckend war das Zusammenspiel zwischen Feuerwehrleuten und Fluthelfern. Sie erklärten in aller Ruhe mit großer Sachlichkeit den jungen Leuten, wie die Sandsäcke zu stapeln sind, damit der Sand nicht rausläuft.

Barfuß im Wasser stehend gaben sie all ihre Kraft, ihren Elan zum Schutz der Stadt. Die Feuerwehr pumpte mit drei Schläuchen unentwegt das Wasser aus der Kanalisation zurück in die Elbe, damit die Dämme aufgebaut werden konnten. Nachher floss das Wasser dann wieder zurück. Vollkommen unverständlich ist den Bürgern, warum nicht schon vorher an dieser Stelle was getan worden war. Es war bekannt, dass diese Stelle besonders gefährdet ist.

Die ganze Aktion war geprägt vom gegenseitigen Lernen. Dabei zeigte sich die Kraft und der große Wille der Jugend von erfahrenen Kräften zu lernen. Ältere Helfer wurden fürsorglich geschont und die Sorgen aller wurden sehr ernst genommen. Die Bevölkerung sorgte für Getränke und Essen. Offensichtlich hatten auch die Kinder Magdeburgs mitgeholfen: man sah nur noch kleine Schippen und Eimerchen in geleerten Sandkästen der Stadt.

Parallel dazu sammelten wir Unterschriften zur Wahlzulassung der MLPD und bekamen 53 für die Landesliste in zweieinhalb Stunden."

Aus Halle heißt es: "Jung und Alt gemeinsam in die eigene Kraft vertrauend freiwillig bei der Arbeit, die anstrengte und trotzdem Spass machte. Weil jeder wusste, wofür und von der Wichtigkeit überzeugt war. Da hörte man, interessanterweise grad von jungen Leute Sätze wie: 'So war der Sozialismus.' Oder: 'Das ist Subbotnik.' Und alle lachten und freuten sich, auch weil sie stolz waren, über das gemeinsam Geleistete."