Umwelt

Hochwasser: Klimaschutz-Sofortmaßnahmen notwendig

Hochwasser: Klimaschutz-Sofortmaßnahmen notwendig
Auch in Halle arbeiten zahlreiche Einwohner Hand in Hand im Kampf gegen das Hochwasser (rf-foto)

06.06.13 - Die Hochwasser-Katastrophe in weiten Teilen Deutschlands raubt Tausenden Menschen ihr Hab und Gut, nimmt zum Teil lebensbedrohliche Ausmaße an, zerstört ganze Stadtteile - und die Flut wälzt sich weiter in die nächsten Regionen. In Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg steigt die Elbe immer noch. Dabei sind in der Sächsischen Schweiz unter anderem schon Pirna, Meißen und Riesa überflutet. In Deggendorf (Bayern) mussten in einer dramatischen Aktion mit Hubschraubern die Menschen von den Dächern ihrer Häuser gerettet werden.

Zehntausende Anwohner und Helfer sind in den betroffenen Orten im Dauereinsatz. In Dresden bereiten sie sich auf die Scheitelwelle vor, die aus Tschechien anrollt. "Bei - zum Glück strahlender Sonne - haben auch heute sicher zehntausende Dresdnerinnen und Dresdner, darunter unheimlich viele Jugendliche und Kinder, entschlossen den Kampf gegen die steigenden Wassermassen geführt - selbstlos, optimistisch und mit aller Kraft - um ihre Stadt", heißt es in einer Korrespondenz (hier die ganze Korrespondenz).

Die meisten der nach der Flutkatastrophe 2002 zur Verfügung gestellten Mittel für den Hochwasserschutz waren unzureichend und wurden nur in den Bau und die Verstärkung von Deichen investiert. Dringend notwendige Maßnahmen wurden dabei unterlassen. Der sächsische Ort Grimma wurde 2002 vom damaligen "Jahrhundert"-Hochwasser schwer zerstört. Die Deiche der Mulde wurden danach zwar erhöht, die Mauer zum Schutz der Altstadt, die wieder völlig neu aufgebaut wurde, aber nicht. Jetzt verlieren die Bewohner Grimmas erneut ihr Hab und Gut.

Deiche und Dämme können auch keine dauerhafte Lösung gegen die zunehmenden Wassermassen sein. "Der eigentlich notwendige große Deich gegen die Hochwasser-Katastrophen muss ein Stop der Verbrennung fossiler Brennstoffe sein", sagte eine Reporterin zu Recht im "Mitteldeutschen Rundfunk". Denn die dadurch verursachte Erderwärmung verändert die Atmosphäre. Es kommt zu schnellerer Wolkenbildung und zu stärkeren Winden. Durch das Abschmelzen der Eisdecke am Nordpol nehmen seit rund zwanzig Jahren in Europa Nord-Süd-Strömungen zu. Atlantik-Tiefs werden dadurch nach Süden abgedrängt, wo sie sich mit Feuchtigkeit aufladen und dann nach Norden strömen. Treffen diese wasserreichen Wolken auf eine nach Süden vorgerückte Kaltfront, kommt es immer öfter zu sintflutartigen Niederschlägen.

Für die enormen Hochwasserschäden reichen die jetzt schnell von Kanzlerin Merkel zugesagten 100 Millionen Euro und die von Seehofe versprochene Soforthilfe von 1.500 Euro für die Betroffenen überhaupt nicht aus. Allein die sächsische Staatskanzlei rechnet mit Schäden in Höhe von 2,5 Milliarden Euro. Für die "Bankenrettung" waren dagegen innerhalb kürzester Zeit Hunderte von Milliarden da. Und Merkel und Seehofer sind es doch, die die Umstellung auf regenerative Energien zurück zu schrauben und an der Verbrennung fossiler Energieträger um jeden Preis festhalten.

Notwendig ist die Durchsetzung einer drastischen Reduktion des Ausstoßes von Treibhausgasen von 70 bis 90 Prozent bis 2030, um eine verheerende Klimakatastrophe zu verhindern. Das kann nur durch einen weltweiten aktiven Massenwiderstand und auf Kosten der Profite durchgesetzt werden!

(Mehr dazu in der neuen "Roten Fahne").