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Brutaler Polizeiterror auf dem Istanbuler Taksim-Platz: "Wir werden kämpfen, wir wollen Freiheit"

11.06.13 - Am Morgen des heutigen Dienstag, dem 11. Juni 2013, hat die türkische Regierung unter dem erzreaktionären islamistischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan eine neue Welle der Gewalt über den Taksim-Platz in Istanbul rollen lassen. Um 6 Uhr in der Früh wurde der Platz von Sondereinheiten der Polizei vom Stadtteil Besiktas aus gestürmt. Dabei wurden paramilitärische Mittel wie Panzerwagen, die mit Wasserwerfern ausgerüstet sind, und Tränengasgranaten aus Schnellfeuerwerfern eingesetzt.

Das Vorgehen des Erdogan-Regimes reiht sich in weltweite Tendenz ein, dass sich die Herrschenden auf den verstärkten Einsatz des staatlichen Gewaltapparats einstellen bzw. dazu übergehen. Dass sie von härter werdenden Klassenauseinandersetzungen ausgehen, macht unter anderem die "Internationale Arbeitsorganisation" (ILO) deutlich, über die am 3. Juni 2013 im Deutschlandradio berichtet wird: "Fünf Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise warnt die Internationale Arbeitsorganisation ILO vor sozialen Unruhen in vielen Industriestaaten. Am stärksten sei die Gefahr in der Europäischen Union ..."

Dass sich die Herrschenden darauf vorbereiten, zeigt sich auch in Deutschland beim brutalen Polizeieinsatz gegen die "Blockupy"-Demonstration am 1. Juni in Frankfurt/Main oder auch in den Plänen des Verteidigungsministeriums, Drohnen als lautlose Killer für die Aufstandsbekämpfung anzuschaffen.

Bei dem erneuten Prügeleinsatz in Istanbul wurden viele Menschen verletzt. Nach Angaben der Ärztevereinigung sind bislang insgesamt 5.000 Menschen zu Schaden gekommen. 18 verloren ihr Augenlicht! Nach unterschiedlichen Medienberichten soll es bei der Räumung einen Toten gegeben haben. "Wir werden kämpfen, wir wollen Freiheit", riefen die Menschen auf dem Taksim-Platz und finden in der Türkei wie international Solidarität.

Mit diesem Vorgehen erklärt das Erdogan-Regime sein "Gesprächs"-Angebot gegenüber den Demonstranten vom Dienstag als das, was es von Anfang an gewesen ist: eine Farce! Das Erdogan-Regime hat Angst, dass es ihm genauso gehen könnte wie Ben Ali in Tunesien und Mubarak in Ägypten. 

"Die MLPD verurteilt aufs Entschiedenste den brutalen Staatsterror gegen die Massenrebellion in der Türkei. Wir fordern den sofortigen Stopp des Einsatzes der Aufstandsbekämpfungseinheiten. Gleichzeitig sind wir fest davon überzeugt, dass es Erdogan nicht gelingen wird, den berechtigten Protest von Hunderttausenden Arbeitern, Intellektuellen, Frauen und Jugendlichen zu ersticken. Umso mehr kommt es darauf an, dass sich die Proteste besser organisieren und höherentwickeln.

Eine wichtige Verantwortung dafür kommt den revolutionären und marxistisch-leninistischen Kräften zu, die teilweise auch in der internationalen Weltorganisation ICOR zusammen arbeiten. Sie müssen eine enge Kampfeinheit bilden. Nur dann kann aus der Massenerhebung in der Türkei eine wirklich gesellschaftsverändernde Kraft werden, die einen Erdogan hinwegspülen wird", so Roland Meister vom Zentralkomitee der MLPD gegenüber "rf-news".