Opel Berichte

GM/Opel-Vorstand weicht Konfrontation mit Bochumer Belegschaft aus

GM/Opel-Vorstand weicht Konfrontation mit Bochumer Belegschaft aus
Versammlung vor Werk 1 am 21. Mai

10.06.13 - Von heute morgen um 8.00 Uhr bis 13.45 Uhr dauerte die Betriebsversammlung bei Opel Bochum. Rund 1.200 Kolleginnen und Kollegen waren gekommen. Der Opel-Vorstand schickte erstmals keinen Vertreter zu der Versammlung und ließ sich durch den Werksleiter Manfred Gellrich vertreten. "Das habe ich, seit ich bei Opel arbeite, noch nie erlebt", so der Ersatzbetriebsrat Rainer Weinmann gegenüber "rf-news". Und auch der Gesamtbetriebsratsvorsitzende, Dr. Wolfgang Schäfer-Klug, weigerte sich öffentlich, zu der Versammlung zu kommen. Offensichtlich wollten beide Seiten der Konfrontation mit der Belegschaft ausweichen.

Statt Zwischenfragen zu den Berichten von Betriebsrat und Geschäftsleitung gab es heute vor allem kämpferische Ansagen. Die Kollegen verzichteten dabei selbstbewusst auf die Saalmikrofone und sprachen sämtlich von der Bühne herunter.

Der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel räumte ein, man könne sich von der derzeit laufenden Einigungsstelle keine Wunderdinge erhoffen. Aber schon eine besseres Ergebnis als von dem abgelehnten "Erpresservertrag". Auf den Vorhalt von Kollegen, dass er damit die Werkschließung letztlich schon akzeptiere, ging er nicht ein. Werksleiter Gellrich warnte vor radikalen Lösungen und machte damit deutlich, wovor die Geschäftsleitung am meisten Angst hat.

In mehreren Beiträgen wurde dagegen der Weg des Streiks von 2004 - nur noch besser - gefordert. Eine Abwartehaltung nütze nur GM/Opel, die derzeit die Verlagerung der Produktion von Bochum nach Rüsselsheim beschleunigen.

"Vier Kollegen positionierten sich in ihren Redebeiträgen eindeutig gegen meine Repression im Zusammenhang mit der Arbeitsniederlegung am 21. Mai", berichtet Rainer Weinmann (siehe "rf-news"-Bericht). "Sie wiesen das als Angriff auf uns alle zurück. Auch dazu schwiegen sich sowohl Betriebsratsspitze als auch Geschäftsleitung aus. Zu groß war die Angst, Öl ins Feuer zu gießen."

Der antikommunistische Vorwurf einzelner Betriebsräte, am 21. Mai sei "Parteipolitik" betrieben worden, wurde klar und deutlich von Rednern und reichlich Applaus der Belegschaft zurückgewiesen. Der Kampf um jeden Arbeitsplatz ist keine Parteipolitik. Wenn eine Partei diesen Kampf um jeden Arbeitsplatz unterstützt, kann man das aber nur begrüßen. "Es ist immerhin die einzige Partei, die dies konsequent macht. Das würde man sich von anderen auch wünschen", so Rainer Weinmann.

(Artikel zur Arbeitsniederlegung am 21. Mai)