Umwelt

Interview aus Magdeburg: "Es fehlen kaum Helfer, es fehlt meistens an Arbeit"

11.06.13 - Daniel Wiegenstein, Magdeburger Direktkandidat der MLPD für die Bundestagswahl, war unmittelbar vor Ort in Magdeburg bei der Fluthilfe. "rf-news" sprach mit ihm.

Wie sieht die Lage bei Euch im Moment aus?

Hervorstechend ist die Bereitschaft aus der Bevölkerung, sich zu engagieren. Es wird aus Magdeburg immer berichtet, das 1.000 bis 1.500 Bundeswehrsoldaten im Einsatz sind. Aber es sind auch Freiwillige Feuerwehren aus Niedersachsen vor Ort und vor allem sind Tausende bis Zehntausende von Helfern hier. Es ist wirklich unglaublich, wie viele Menschen hier helfen. Vor allem Jugendliche – viele Studenten und Arbeiterjugendliche - sind im Einsatz. Auch von meinen Arbeitskollegen helfen sehr, sehr viele mit. Die Leute sind ständig im Einsatz. Es fehlen kaum mal Helfer an irgendeiner Stelle, sondern es fehlt meistens an Arbeit.

Wie geht die Fluthilfe vor sich?

Das Ganze läuft so ab, dass man an der Elbe im Wasser steht und auf Sandsäcke wartet. Dann kommt endlich mal wieder ein solcher Transporter. Die Leute klatschen alle. Dann gehen alle ins Wasser und bilden eine Kette. Der Transporter ist innerhalb von Minuten ausgeladen und die Sandsäcke sind an der Elbe. Und dann ist es schon wieder vorbei und man geht zurück ins Trockene und wartet auf die nächste Arbeit. Außerdem versuchen viele Leute über soziale Netzwerke rauszufinden, wo sie gebraucht werden. Oder es wird auf Eigeninitiative rumgefahren. Die Hilfsbereitschaft ist viel größer als die Möglichkeiten. Das zeigt, dass die Gesamtorganisation der Krisenbewältigung nicht hinhaut. ... 

Wie diskutiert ihr über diese Zusammenhänge und die notwendigen Schlussfolgerungen?

In den letzten Tagen haben wir hier weiter Unterschriften für die Wahlzulassung gesammelt. Wir haben Debatten über die Klimafrage und darüber, dass sich grundsätzlich etwas ändern muss, geführt. Gleichzeitig haben wir das aber mit dem verbunden, was praktisch im Moment nötig ist, und haben aktiv bei der Fluthilfe geholfen. 

Das Interview in voller Länge wird in der nächsten Printausgabe der "Roten Fahne" zu lesen sein.

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