Betrieb und Gewerkschaft

Opel-Kollege: "Ich nehme mir das Recht, weiter zu denken"

14.06.13 - Am Dienstag, 11. Juni, wurde dem Mitglied der Betriebsratsliste "Offensiv" bei Opel in Bochum, Rainer Weinmann, eine schriftliche Abmahnung wegen angeblichen "Fehlverhaltens" erteilt. Sie bezieht sich auf die viereinhalbstündige Arbeitsniederlegung am 21. Mai (siehe auch "rf-news" vom 10.6.13). Gegenüber "rf-news" erklärte er dazu:

"Von mir gab es keinerlei Fehlverhalten. Die einzigen, die sich hier fehlverhalten, sind die Herren des Opel-Vorstands. Die hatten noch nicht einmal die Traute, auf unsere Belegschaftsversammlung am Montag zu kommen. Für die Abmahnung wurden krampfhaft Gründe gesucht, die unpolitisch sind und mit der Arbeitsniederlegung angeblich überhaupt nichts zu tun haben. Fakt ist aber, dass es genau damit zu tun hat.

Ich habe gegenüber der Personalabteilung erklärt, dass ich das als politische Repression einstufe und wir mit allen juristischen und politischen Mittel dagegen vorgehen werden. Deshalb habe ich das auch unter den Vertrauensleuten und auf der Betriebsratssitzung bekannt gemacht und diskutiert.

Die Abmahnung wird von der Masse der Belegschaft als politische Repression gesehen und abgelehnt. In den Augen der Kollegen ist das eine arme, hilflose Aktion. Es ist Ausdruck der Defensive des Opel-Managements und soll dazu dienen, mir das Maul zu stopfen. Ich steh mit Wort und Tat für den Weg des Kampfs um jeden Arbeitsplatz und das wollen sie verhindern.

Von der Werksleitung wurde mir heute meine hart erkämpfte Höhereingruppierung beim Lohn überreicht, verbunden mit der 'Hoffnung auf eine weitere gute Zusammenarbeit mit mir'. Die können sie haben, aber dann muss erst die Abmahnung vom Tisch.

Fakt ist, dass ich mir weiterhin das Recht nehme, weiter zu denken als das Betriebsverfassungsgesetz und das Grundgesetz mir erlauben will."