Wirtschaft

Sind 179 Entlassungen bei ThyssenKrupp ungültig?

Hagen (Korrespondenz), 13.06.13: Am Hagener Arbeitsgericht wurden die Kündigungen von mehreren ThyssenKrupp-Beschäftigten der Federnwerke in Olpe und Hohenlimburg für ungültig erklärt. Die Kollegen müssen bis zur endgültigen Klärung weiter beschäftigt werden.

Insgesamt haben zirka 30 Kollegen bisher geklagt. Offensichtlich hat ThyssenKrupp rechtliche Vorgaben bei der Durchführung der 179 Entlassungen dadurch übergangen, dass der sogenannte "Interessenausgleich" von keinem Einigungsrichter unterzeichnet wurde. Das wirft die Frage auf, ob nicht alle 179 Entlassungen nach bürgerlichen Recht ungültig sind.

Insbesondere der Fall eines Elektrikers im Hohenlimburger Werk ist zu einem Politikum geworden. Die Auseinandersetzung, ob der Kollege nicht auch aus politischen Motiven "entfernt" werden soll, kam bei der Verhandlung erst gar nicht zur Sprache. Über zehn Kollegen hatten die Versammlung interessiert aufgenommen.