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"Wie viele Sklaven arbeiten für dich?"

"Wie viele Sklaven arbeiten für dich?"

Gelsenkirchen (Korrespondenz), 18.06.13: "Wie viele Sklaven arbeiten für dich", mit dieser Frage wird auf der Internetseite www.slaveryfootprint.org auf die besonders krasse Ausbeutung und Unterdrückung von Arbeitern und Arbeiterinnen aufmerksam gemacht. Die Frage provoziert und macht neugierig. Sklaven sind laut "Slaveryfootprint" Menschen, die "gezwungen sind zu arbeiten, ohne dafür bezahlt zu werden, die ökonomisch ausgebeutet werden und dieser Situation nicht entkommen können". Wer aber hofft, auf dieser Seite etwas über die gesellschaftlichen Ursachen zu erfahren, hat sich getäuscht.

In 11 Schritten soll man angeben, was man isst, welche Kleidung man trägt, wie man wohnt und welche technischen Geräte man besitzt, bis dahin, ob man schon mal für Sex bezahlt hat! Am Ende dann der Schock: "37 Sklaven arbeiten für dich!"

Automatisch erscheinen Bilder vor dem inneren Auge: die Kinder in den Goldminen in Afrika, die getöteten Textilarbeiterinnen in der eingestürzten Fabrik in Bangladesh, die ungeschützten Arbeiter in den Bauxit-Abbauhalden in Brasiliens Regenwäldern …

Ins Leben gerufen wurde das Projekt "Slaveryfootprint" von einer so genannten "Non-Profit-Organisation" namens "Fair Trade Fund" aus Kalifornien (USA). Gefördert wurde es auch mit 200.000 US-Dollar es vom US-Außenministerium ("www.faz.net").

"Slaveryfootprint" setzt am Unrechtsbewusstsein, der wachsenden Kapitalismuskritik und der Solidarität der Menschen mit den Kämpfen gegen die Ausbeutung und Unterdrückung an und orientiert auf eine "freie Welt" - aber auf welchem Weg gelangt man dort hin?

"Fair Trade" – also als Konsument Einfluss auf die Produktion von Waren und darüber auch auf die Arbeitsbedingungen in den internationalen Konzernen nehmen? Das ist eine Illusion, von den Herrschenden verbreitet und verpackt in den kleinbürgerlichen Internationalismus. Eine Illusion, die sich dem internationalen Kampf um eine wirklich freie Welt – frei von kapitalistischer Ausbeutung und Unterdrückung – entgegenstellt.