Betrieb und Gewerkschaft

Gelsenkirchen: BP drückt politische Entlassung der mutigen Marie durch!

Am 27. Juni 2013 hat die BP-Geschäftsleitung die politische Entlassung der jungen Kollegin Marie Bauer nach zweieinhalb Jahren Kampf durchgedrückt. Der Solidaritätskreis "Mutige Marie" erklärt gegenüber der Presse:

Wenn Recht zu Unrecht wird
BP drückt politische Entlassung der „mutigen Marie“ durch!

Gestern, am 27.6.2013, hat die BP-Geschäftsleitung die politische Entlassung der jungen Kollegin Marie Bauer nach zweieinhalb Jahren Kampf durchgedrückt. Rückendeckung bekam die Konzernführung von den Arbeitsgerichten, zuletzt vom Bundesarbeitsgericht, das eine Revision gegen ein Urteil des Landesarbeitsgerichts nicht zugelassen hat.

Im ganzen Werk und besonders bei den Kollegen in der Logistik, die Marie Bauer zur Vertrauensfrau gewählt haben, stößt das eiskalte Vorgehen auf Empörung. „Lass Dich nicht unterkriegen“, heißt es und: „Du hast gekämpft, man kann nicht immer gewinnen, aber Du hast ein Zeichen gesetzt“...

Was hat die 22jährige in den Augen von BP verbrochen?
Marie Bauer hat sich bei Betriebsversammlungen, in der Jugendvertretung, in der Lehrwerkstatt usw. immer für die unbefristete Übernahme aller Azubis und auch für die Interessen der älteren Kollegen eingesetzt. Das hat viele ermutigt und passt den BP-Chefs nicht in den Kram.

Im Januar 2011 hatte Marie Bauer als zweimal gewählte Jugendvertreterin nach ihrem erfolgreichen Abschluss als Industriemechanikerin einen Antrag auf unbefristete Übernahme gestellt. Das ist  nach § 78 a des Betriebsverfassungsgesetzes ihr gutes gewerkschaftliches Recht. Knall auf Fall versuchte BP sie daraufhin schon am 21. Januar 2011 vor die Tür zu setzen.

Die „mutige Marie“ hat sich das nicht gefallen lassen, ging vor Gericht und hatte dabei die breite Solidarität ihrer Kollegen im Rücken. Unterstützt wird sie weit über Gelsenkirchen hinaus von der Montagsdemo, aus der Frauenbewegung, aus verschiedenen Gewerkschaften, von der MLPD und vom Jugendverband Rebell.

Dazu wurde unser Solikreis gegründet und blieb aktiv. Fast zweieinhalb Jahre hat Marie jetzt in Contischicht im Hafen gearbeitet, wurde als Lokrangierführerin ausgebildet und hat sich überall eingesetzt.
Trotzdem hat das Landesarbeitsgericht schließlich BP recht gegeben, weil sie Marie unbedingt los werden wollen. Die Begründungen sind mehr als fadenscheinig: erst hieß es, man hätte gar keine Arbeit für sie, dann, ihre jetzige Arbeit würde ihrer Qualifikation als Industriemechanikerin nicht entsprechen.

Blamabel, dass sich die Betriebsratsspitze dieser politischen Hexenjagd gegen eine kämpferische Kollegin angeschlossen hat.

Wenn sie aber meinen, dass sie mit dem Rausschmiss von Marie Ruhe in ihren Laden kriegen – dann sollen sie sich geirrt haben.

Die Auseinandersetzung ist bei BP und Sabic, aber auch in den Stahlbetrieben, genauso bei TRW in Gelsenkirchen und ganz besonders bei Opel entbrannt: lässt man sich zu immer mehr Zugeständnissen erpressen oder fällt die Entscheidung für den Kampf um jeden Arbeitsplatz und für die Zukunft der Jugend!  Dieses Feuer können weder die GM und Opel-Bosse noch BP mit politischer Unterdrückung kämpferischer Leute löschen.

Moralischer Sieger ist nicht BP – sondern Marie und die Arbeitersolidarität!

Das nächste Treffen des Solikreises "Mutige Marie" am Montag, den 1. Juli um 19.00 Uhr im Frauentreff Courage, Ringstraße 71, GE-Mitte

Solidaritätserklärungen an: solikreismutigemarie@gmx.de

mutigemarie.wordpress.com