Betrieb und Gewerkschaft

Prosper-Krankenhaus in Recklinghausen: Abmahnung gegen Kristin Zuber vom Tisch

Prosper-Krankenhaus in Recklinghausen: Abmahnung gegen Kristin Zuber vom Tisch
Kristin Zuber

Herne (Korrespondenz), 26.06.13: Gestern verurteilte das Herner Arbeitsgericht das "katholische" Pro­sper-Hospital in Recklinghausen, die Abmahnung gegen die Krankenschwester Kristin Zuber aus der Personalakte zu entfernen. Die ver.di-Vertrauensfrau hatte am 29. Januar mit Gewerkschaftssekretärinnen in ihrem Kran­kenhaus über ver.di informiert (außerhalb ihrer Arbeitszeit!). Dafür wurde sie strafversetzt und abge­mahnt.

Die Geschäftsleitung will die Gewerkschaftsarbeit unterbinden bzw. sabotieren. Noch im letzten Schriftsatz schrieb ihr Anwalt Schlemmer, dass auch künftig keinerlei Werbung für die Gewerkschaft in der Dienstzeit (im Krankenhaus ja nur 24 Stunden täglich...) toleriert würde. Es sei schließlich ein kirchli­ches Haus (obwohl es von den Sozialversicherungspflichtigen und den Steuerzahlern finanziert wird und Krankenpflege kein Gottesdienst ist...).

Kristin Zuber und ihr Anwalt, Peter Weispfenning von der Kanzlei Meister und Partner, argumentierten sehr engagiert und überzeugend. Mehrfach wurde der Streit auf den Kern zurückgeführt: "Hier geht es um die grundsätzliche Frage, dass Gewerkschaftsarbeit auch in kirchlichen Häusern nicht diskriminiert werden darf – was aber das rechtswidrige Anliegen der Beklagten ist", so Rechtsanwalt Weispfenning. 30 solidarische Besucher füllten den Raum; vor dem Prozess und danach fanden Kundgebungen von ver.di statt.