Umwelt

Rekordhoch bei erneuerbaren Energien - Altmeier und Energiekonzerne drücken auf die Bremse

Rekordhoch bei erneuerbaren Energien - Altmeier und Energiekonzerne drücken auf die Bremse
Das neue Solardach auf der "Horster Mitte" in Gelsenkirchen (rf-foto)

26.06.13 - Das Internationale Wirtschaftsforum Regenerativer Energien (IWR) meldete ein Rekordhoch der Stromleistung aus erneuerbaren Energien in Deutschland. Erstmals wurde am 18. Juni eine Tagesleistung aus Sonnen- und Windenergie erreicht, die mit 60 Prozent den Anteil der konventionellen Produktion aus fossiler Verbrennung und Atomstrom deutlich überschritten hat. Spitzenleistungen konnten sogar zu hundert Prozent abgedeckt werden. Diese Rekordzahlen zeigen "eindrucksvoll, dass eine Stromversorgung in einem Industrieland wie Deutschland mit Wind- und Solaranlagen grundsätzlich möglich sei", so IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch in Münster.

Der Jubel von Regierung und deutscher Energiewirtschaft über diesen Rekord hält sich in Grenzen. Kein Wunder: sehen die großen Energiekonzerne ihre Profite sinken, wenn immer mehr Leute selbst in der Lage sind, "eigenen Strom" aus erneuerbaren Energie zu nutzen. Umweltminister Peter Altmeier und EU-Energiekommissar Günther Oettinger befürchten, dass die "Kosten für die Förderung von Solar- und Windstrom außer Kontrolle geraten". Außer Kontrolle für wen? Der überschüssige Strom hat Mitte Juni die Strompreise an den europäischen Strombörsen sogar ins Minus - bis zu 4 Cent weniger pro Kilowattstunde - gedrückt. Dass die große Masse der Endverbraucher davon nichts merken wird, dafür sorgen dieselben Energiekonzerne, die den Strom über ihre Netze transportieren und verkaufen.

Das sinnvollste wäre, Kohle- und Gaskraftwerke zurückzufahren und alle Atomkraftwerke sofort stillzulegen. Aber das sind gerade die größten Profitquellen der Energie-Monopole. Deshalb plant die Bundesregierung das Gegenteil. Ein neues Einspeisegesetz für erneuerbare Energien soll die bereits zurückgefahrene Förderungen nochmals erheblich kürzen. Und EU-Kommissar Oettinger will im internationalen Konkurrenzkampf um Gas das hochgiftige Fracking-Verfahren gegen massiven Widerstand durchzusetzen. Neue Kohlekraftwerke wie das Steag-Kraftwerk in Walsum nehmen gerade den Betrieb auf. Rund 1.000 weitere sind weltweit geplant. Sie würden den Übergang in die Klimakatastrophe verheerend beschleunigen. 

Bundeskanzlerin Angela Merkel schlägt versöhnliche Töne an: es solle beim Einspeisevorrang für Strom aus Wind und Sonne bleiben. Klar, es ist Wahlkampf. Da macht es was her, als "grüne" Kanzlerin aufzutreten.

Für die MLPD galt dieser amtliche Vorrang für erneuerbare Energien noch nie. Ihr wurde die rechtmäßige finanzielle Förderung aus antikommunistischen Motiven verweigert. Die MLPD hat sich dem nicht gebeugt. Von der neuen Solaranlage auf dem Dach der Gelsenkirchener "Horster Mitte" (hier sitzt die Bundesgeschäftsstelle der MLPD) wird seit dem 17. Juni Strom aus Sonnenenergie ins Netz eingespeist. "Wir freuen uns, damit auch einen Beitrag für den Rekord am 18. Juni geleistet zu haben", so Jörg Weidemann, Pressesprecher der MLPD. "Den vielen finanziellen Investoren, den Planern und Bauarbeitern und Unterstützern aus der Partei und ihrem Freundeskreis herzlichen Dank für diesen gemeinsamen Kampferfolg. Bis Ende Juli wollen wir alle Immobilienanlagen vollständig auf Photovoltaik umstellen."