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Überflutungsgebiete: Nach der Flut folgt die Insektenplage und nicht nur das

Überflutungsgebiete: Nach der Flut folgt die Insektenplage und nicht nur das
foto: Jan Lauterbacher

08.07.2013 - Als ob die Menschen in den Überflutungsgebieten Ost- und Süddeutschlands nicht schon genug mit den Schäden und Aufräumarbeiten zu tun hätten, bekommen sie jetzt auch noch eine Stechmückenplage auf den Hals, vor allem in Sachsen-Anhalt. Die Stechmücken vermehren sich in den großflächig überfluteten Gebieten durch die warmen Temperaturen, das warme, stehende Wasser und dessen hohen Nährstoffgehalt rasend schnell. Verschlechternd kommt hinzu, dass die blutdurstigen Brummer in den Überflutungsgebieten keine Fressfeinde wie Libellen oder ähnliches mehr haben. Monika Kuske aus Magdeburg ist Bundestagskandidatin der MLPD. Sie berichtet, dass "die Mücken zum Teil die Häuser übernommen haben. Sie sind in den feuchten Wohnungen geschlüpft. In manchen Gegenden wie bei Calbe ist es unmöglich in diesen Wohnungen zu übernachten. Tagsüber räumen die Leute auf und fliehen nachts vor der Mückenplage zurück in die Notunterkünfte."

Zu rechnen ist vor allem mit Stechmücken, aber auch mit den noch viel unangenehmeren Gnitzen, die beim Stechen Gift in die Wunden geben, dass allergische Reaktionen hervorrufen kann. Wer nun an eine gezielte, planmäßige und allseitige Mückenbekämpfung denkt, der sieht sich getäuscht. Gezielte Mückenbekämpfung mittels großflächig versprühter Eiweißmischung, wie sie in Bereichen des Oberrheins in Rheinland-Pfalz oder Baden-Württemberg gängig ist, könne nach Ansichten verschiedener Biologen nicht angewendet werden. Einerseits steht in den betroffenen Gebieten nicht die nötige Infrastruktur – vor allem mit Sprühhubschraubern - zur Verfügung. Andererseits ist es vielerorts auch schon zu spät. Die Mücken, die nur im Larvenzustand durch die bewährten Mittel getötet werden können sind bereits geschlüpft.

Klaus Dumberger, Landesvorsitzender der MLPD Bayern berichtet, dass "die Stadt Platting inzwischen kostenlos das Mückenmittel BTI verteilt, um der Plage Herr zu werden. Es gibt Innenstädte, die Abends verweisen, weil die Leute wegen der Mücken fluchtartig die Cafes verlassen."

Wieder einmal zeigt sich die völlig Inkompetenz der bürgerlichen Politiker, die zu großen Teilen schon während der Flut keine gute Figur gemacht haben. Das Umspannwerke und Industrieanlagen geschützt werden, während in der Nachbarschaft Wohngebiete absaufen haben die Betroffenen nicht vergessen.

Günter Slave, Landesvorsitzender der MLPD in Elbe-Saale berichtet, dass "die Familien in Sachsen mit 2.000 Euro Soforthilfe abgespeist werden. Die Schäden gehen aber teilweise in die Hunderttausende. Dafür kann man zinsgünstige Kredite bei der KfW-Bank aufnehmen. Viele sind aber noch von der Flut 2002 hoch verschuldet. Bundeswehr und THW sind längst abgezogen. Dafür werden jetzt Hartz IV-Empfänger für 1,50 Euro unter zum Teil unmöglichen sanitären Verhältnissen als Fluthelfer eingesetzt."

An dieser zweiten „Jahrhundertflut“ innerhalb eines Jahrzehnts wurde der Grad, den der Umschlag in die globale Klimakatastrophe erreicht hat, deutlich. Durch den vermehrten Ausstoß von Co2 durch die international agierenden Industriemonopole heizt sich das Klima immer weiter auf. Während die betroffenen Menschen allerdings nun zum zweiten Mal Hab und gut verloren haben und häufig vor den Trümmern ihrer Existenz stehen, werden die Verursacher in den Konzernzentralen nicht zur Kasse gebeten.