Startseite

Horster Mitte Fest lockte bereits am Nachmittag über 1.000 Besucher

Horster Mitte Fest lockte bereits am Nachmittag über 1.000 Besucher

13.07.13 - Schon um 14:00 Uhr war der Platz vor der Horster Mitte gut gefüllt. Monika Gärtner-Engel, stellvertretende Vorsitzende des Vermögensverwaltungsverein „Horster Mitte“ (VVV) und Stadtverordnete in Gelsenkirchen eröffnete pünktlich das 10. Sommerfest rund um die Horster Mitte. Gleich zu Beginn wurde die wichtigste Neuerung des letzten Jahres vorgestellt: seit Mai läuft die Solaranlage auf dem Gebäudekomplex und man freut sich seit dem doppelt über jeden Sonnenstrahl. Die Anlage wurde gegen einen antikommunistischen Boykott der Sparkasse Gelsenkirchen durchgekämpft. Freunde, Genossinnen und Genossen sowie Geschäftspartner sprangen ein. 850.000 Euro wurden binnen weniger Wochen als Darlehen und Spenden zur Verfügung gestellt. Viel ehrenamtliche Arbeit wurde zusätzlich gespendet. Auch weitere Objekte des VVV wurden und werden derzeit mit Solardächern ausgestattet. Mit dem so gewonnenen Strom könnten 40 Haushalte versorgt werden. Es wäre nicht die MLPD, wenn dabei nicht gemeinsam mit den bereits mehreren Hundert Gästen, Handwerkern, Bauarbeitern und Geschäftspartnern feierlich angestoßen worden wäre.

Während die einen nach der Eröffnung erst mal in das Duftgemisch aus Thüringer Bratwürsten, Waffeln und Popcorn abtauchten, begann im Saal die erste Gesprächsrunde mit 60 Teilnehmern. Vertreter von ATIF und Birkar, zweier Migranten-Organisationen aus der Türkei/Kurdistan und Vertreter der MLPD berichteten über die Situation in ihrem Land im Zusammenhang mit dem Taksim-Aufstand. Am Schluss wurde eine gemeinsame Resolution beschlossen, die die Solidarität mit der Volkserhebung in der Türkei ausdrückte und die sofortige Freilassung der politisch Inhaftierten und die Strafverfolgung der dafür Verantwortlichen fordert.

Viele nutzten den Tag der offenen Tür in der Bundeszentrale der MLPD, die sich in der „Horster Mitte“ befindet. Oder sie informierten sich an den zahlreichen Informationsständen von Initiativen, Vereinen und Organisationen, die sich präsentierten. Von der Bürgerbewegung für Kreislaufwirtschaft bis zur Bergarbeiterbewegung „Kumpel für AUF“ reichte die Palette. Aber auch Kampfsport International Frauenverband Courage, Wählerinitiative Stefan Engel und Petra Braun, Solidarität International, Arbeiterbildungszentrum, people-to-people, Jugendwohnhaus'  bis zu zahlreichen Trödel, Kulinarischem und Kunsthandwerklichem aus der Nachbarschaft waren geboten.

Im Hof des Jugendzentrum „Che“, das ebenfalls seinen zehnten Geburtstag feierte konnten die Jüngsten experimentieren, spielen oder sich mit leckeren Waffeln und Reibekuchen stärken.

Die größte Veranstaltung fand Nachmittags statt mit rund 250 Besuchern. „Radikal links, revolutionär für den echten Sozialismus – mit welchem Programm die MLPD zur Bundestagswahl kandidiert", war das Motto der Veranstaltung mit Stefan Engel. Der Vorsitzende der MLPD ist auch Spitzenkandidat der Partei zur Bundestagswahl. Er umriss in einer guten Stunde das Konzept der MLPD im Bundestagswahlkampf.

Sie hat ihre Wahlteilnahme gegen verschiedene undemokratische Behinderungen durchgekämpft. Wahlkämpfe sind die Zeit, in der die Menschen am meisten politisch interessiert sind. „Da wollen und werden wir mit reden,“ so Stefan Engel. “Wir wollen die wachsende Minderheit erreichen, die auf der Suche nach einer grundsätzlichen Lösung der gesellschaftlichen Probleme ist. Immerhin 40 – 50 Prozent wollen die bürgerlichen Parteien nicht mehr wählen. Wir werden deshalb nicht vor allem mit verschiedenen tagespolitischen Forderungen in den Wahlkampf gehen, sondern mit unserer Losung radikal links, revolutionär - für den echten Sozialismus für eine Richtungsentscheidung werben. Wir werden an allen Fragen aufzeigen, warum unsere Kritik am Kapitalismus radikal ist. Warum man die Probleme revolutionär lösen muss.“

Die Wahlen finden anders als in den letzten 50 Jahren in Zeiten eines sich aufbauenden Potenzial einer revolutionären Weltkrise statt. „Wir unterstützen aus ganzem Herzen die Volksaufstände, wie wir sie derzeit in vielen Ländern erleben und begrüßen revolutionäre Entwicklungen. Die dritte Leitlinie ist, dass wir über den echten Sozialismus mit den Leuten diskutieren wollen. Das ist unsere positive Alternative zum maroden kapitalistischen System und auch die Antwort darauf, mit welcher Perspektive sich die verschiedenen Volksaufstände entwickeln müssen.“

Unter dieser Leitlinie behandelte Stefan Engel den Kampf gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die Massen, gegen die Arbeitsplatzvernichtung, Zerstörung der natürlichen Lebensgrundlagen, wachsende Arbeitslosigkeit und Kriegsgefahr, sowie für die Befreiung der Frau, die internationale Solidarität und die Zukunft der Jugend. Es ist doch absurd, führte er z.B. aus, einen Mindestlohn zu fordern und zugleich das ganze kapitalistische Lohnsystem, das auf Ausbeutung beruht, unangetastet zu lassen. Wir kämpfen grundsätzlich gegen diese kapitalistische Ausbeutung und Unterdrückung des Menschen durch den Menschen.

Für all das kämpfen wir um jede Stimme“, so der Parteivorsitzende, „denn jeder der uns wählt, der stimmt nicht mehr nur für ein kleineres Übel oder um noch schlimmeres zu verhindern, sondern für das was seinen Interessen entspricht“. Seine Vorstellung der Wahlkampfziele stützte Stefan Engel auf die Vorstellung der Wahlplakate der MLPD. (eine Präsentation findet man hier). „Es ist ein Wahlkampf in den wir möglichst viele Leute einbeziehen wollen und unsere gemeinsame, gleichberechtigte Plattform dafür sind die Wählerinitiativen.“ Mit dieser Einladung endete Stefan Engel seinen spannenden und gewohnt humorvollen Diskurs.

Gut besucht beginnt derzeit die anschließende Gesprächsrunde "Arbeiter im Revier: Kampf um jeden Arbeitsplatz! Null Toleranz gegen Repression und Mobbing" - eine Veranstaltung mit Opelanern, Kollegen aus Bergbau, Stahlbranchen und …

Dann freuen sich alle auf den Abend mit den Bands „Infrarot und „Texas Roses“ sowie das Feuerwerk ab ca 22.30 Uhr.