Politik

Bad Hersfeld: Amazon-Lagerarbeiter setzen selbst Streik an

Bad Hersfeld: Amazon-Lagerarbeiter setzen selbst Streik an
Das Logistikzentrum von Amazon in Bad Hersfeld foto: M. Schmidt

25.07.2013 - Berlin (Korrespondenz) - Die Amazon-Kollegen in Bad Hersfeld haben die neuen Streikaktivitäten in dieser Woche selbst angesetzt. Die Gewerkschaft ver.di hat darauf nur reagiert. Das erklärte einer der ver.di-Streikleiter. 

Seit Monaten kämpfen die Amazon-Kollegen mit Tagesstreiks für Lohnerhöhungen durch einen Tarifvertrag. Auch das Amazon erstmals Weihnachtsgeld zahlen will, habe an den selbst angesetzten Streikaktivitäten nichts geändert. Der US-Konzern bietet zwischen 400 und 600 Euro. Laut Tarifvertrag für den Versandhandel müssten 1.000 Euro gezahlt werden. „Die Almosen können sie auch behalten", sagte einer der ver.di-Kollegen.

In den acht Lagern in Deutschland sind insgesamt rund 9.000 Arbeiter beschäftigt. Nur eine Minderheit der Kollegen ist gewerkschaftliche organisiert. Beim einem der Kämpfe in den letzten Wochen mussten einige Streikbrecher in Schlangenlinie ins Lager einlaufen, weil die Streikposten sich anders aufgestellt hatten.

Zudem berichten die im Streik Aktiven, dass sie verstärkt an besonders schwere Arbeiten zugeteilt würden, um sie abzustrafen. Die Kapitalisten bezeichnen Amazon als "Logistikunternehmen", für das die Tarifverträge der Versandhandelsbranche nicht gelten, und lehnen Verhandlungen ab.