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Norwegen: 2. Jahrestag des Massakers von Utoya -Hintergründe werden vertuscht

Norwegen: 2. Jahrestag des Massakers von Utoya -Hintergründe werden vertuscht
Rauch steigt nach der Explosion der Autobombe über der Osloer City auf foto: N. Andersen

22.07.2013 - Heute gedenken die Menschen in Norwegen und weltweit des 2. Jahrestags des faschistischen Massakers von 2011. Der Faschist Anders Breivik hatte 77 Menschen durch einen Bombenanschlag in Oslo und ein Massaker in einem Sommercamp des norwegischen sozialdemokratischen „Jugendverbands der Arbeiter“ regelrecht hingerichtet. Es war der erste faschistische Massenmord in der jüngeren Geschichte Europas, wozu jetzt auch die Mordserie der faschistischen NSU in Deutschland gehört.

Weltweit ist die Trauer und das Mitgefühl mit den Opfern und ihren Angehörigen. Zugleich wuchs aber auch die Empörung über die Verharmlosung und Vertuschung der tatsächlichen Hintergründe. Dies hat Methode bis heute und reicht von der Einschätzung als „psychisch gestörter Einzeltäter“ bis hin zum Antrag des Staatsanwalts auf „Unzurechnungsfähigkeit“. In den Berichten zum Jahrestag in den bürgerlichen Medien werden die Gedenkfeiern hervorgehoben und Überlebende berichten, wie sie die Erlebnisse verarbeitet haben. Zugleich dient das aber auch dazu, die Hintergründe und die notwendigen Schlussfolgerungen auszublenden.

Breivik selbst hatte seine Morde im Prozess gerechtfertigt. Er stellte kurz vor seiner Tat ein Pamphlet ins Internet und verschickte es gezielt an Faschistenorganisationen in Europa und den USA, darunter auch die NPD. Es trägt den Namen „Eine europäische Unabhängigkeitserklärung“ und erklärt den „politischen und kulturellen Marxismus“ zum Urheber einer Islamisierung in Europa, die beendet werden müsse. Er propagiert die Errichtung einer faschistischen Diktatur in Form eines „patriotischen Wächtertribunals“ und deren Vorbereitung durch weitere Terroranschläge!

Hinter den Morden steckt eine aggresiv antikommunistische Motivation, die sich einreiht in das zunehmend gezielte Vorgehen von Faschisten gegen linke, antifaschistische Jugendliche, sowie revolutionäre Organisationen und ihre Repräsentanten.

Die Verharmlosung von Faschisten hat Methode. Die Imperialisten dulden und fördern den Aufbau faschistischer Terrororganisationen zur Spaltung und als offen faschistische Vortrupps zur Bekämpfung der revolutionären Arbeiterbewegung. Wie auch bei den Morden der Neonazis des NSU in Deutschland wussten in Norwegen Teile Staatsorgane über die Vorbereitungen der Attacken Bescheid. Sie kannten Breiviks faschistische Hetze aus dem Internet und waren informiert über seine Kontakte zu faschistischen Gruppierungen im In- und Ausland. Laut einem aktuellen Bericht des “Handelsblatts” wusste der norwegische Geheimdienst PST sogar darüber Bescheid, dass er Chemikalien zur Herstellung einer Bombe kaufte! Der Boden, auf dem Gestalten wie Anders Breivik wachsen, sind die faschistischen Netzwerke, die in Europa und weltweit existieren.

Der 2. Jahrestag muss weltweit ein Anlass sein, neben dem Mitgefühl mit den Opfern, ihren Angehörigen und den Überlebenden vor allem die menschenverachtende faschistische und rassistische Ideologie anzugreifen, die hinter dem Massaker steckt. Die MLPD greift mit ihrer „Offensive für den echten Sozialismus und gegen den modernen Antikommunismus“ auch diese offen aggressive Ideologie und Politik der Faschisten an. Ein Gedenken an das Massaker in Norwegen bedeutet heute seine Aufarbeitung und Schlussfolgerungen daraus. Eine davon vertritt die MLPD in ihrer Wahlkampagne: Verbot aller faschistischen Organisationen und ihrer Propaganda!