Opel Berichte

Opel Bochum: "Wir wollen gewinnen"

23.07.13 - Eine turbulente Vertrauensleuteversammlung ging am  Sonntag, 21. Juli, in Bochum über die Bühne. Vor gut 200 Teilnehmern versuchten der Gesamtbetriebsratsvorsitzende und die IG Metallspitze Nordrhein-Westfalen die zeitweise sehr erregten Gemüter zu beruhigen und die berechtigte Wut der Opelaner zu kanalisieren. Mit bescheidenem Erfolg. rf-news sprach dazu mit Rainer Weinmann, Opel-Ersatzbetriebsrat von der Betriebsratsliste „Offensiv“.

„Seitens Lothar Sorger, Betriebsratsvorsitzender vom Opel-Werk Kaiserslautern, Felix Stumpf, IG Metall-Konzernverantwortlicher und Knut Gisler vom IG-Metall-Bezirk wurde versucht, uns für dumm zu verkaufen. Dabei hat Lothar Sorger als 'Scharfmacher' agiert und uns vorgeworfen, wir seien selber Schuld, wenn wir jetzt arbeitslos würden. Mit dem Ergänzungstarifvertrag hätten wir noch eine Zukunft gehabt und das Werk sei nicht geschlossen worden.

Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Wolfgang Schäfer-Klug hat sich moderater gegeben und gemeint, bei GM müsse jetzt auf die Tränendrüse gedrückt werden. Der Imageschaden für Opel müsse herausgestellt werden. Das sei der größtmöglich Druck, den wir ausüben könnten. Mehr als der Ergänzungstarifvertrag sei nicht herauszuholen. Von Knut Gisler gab es auch nicht Neues, so dass sowohl er als auch Lothar Sorger von der Bühne gepfiffen wurden. Bei den Kollegen kam es zu großer Unruhe, Aufschreien und 'Wir wollen Eure Lügen nicht mehr hören'-Sprechchören. Nachdem Wolfgang Schäfer-Klug gesprochen hatte, sind viele aus Protest auf seinen Beitrag gegangen.

Was den Sozialtarifvertrag angeht, der einer der wichtigsten Punkte der Sitzung war: Am folgenden Tag wurde mit 30 zu einer Stimme im Betriebsrat beschlossen, dass  Sondierungsgespräche über Verhandlungen dazu geführt werden sollen. Wir von "Offensiv" haben das abgelehnt, weil es sich hierbei um nichts anderes als die Zustimmung zur Abwicklung handelt. Mit dieser Zustimmung ist denen der Auftrag zur Verhandlung zurückerteilt worden, die schon einmal die Kapitulation vorgelegt haben.

Es gab 20 Redebeiträge von Kolleginnen und Kollegen. Von uns wurde deutlich gemacht, dass wir nicht moralischer Sieger werden, sondern wirklich gewinnen wollen. Wenn wir gemeinsam dagegen vorgehen, werden wir eine überlegene Kraft. Der Streik ist nur aufgeschoben und nicht aufgehoben."