Politik

Stefan Engel eröffnet MLPD-Wahlkampf in Bayern

Stefan Engel eröffnet MLPD-Wahlkampf in Bayern
Stefan Engel, Vorsitzender der MLPD, spricht in Coburg (rf-foto)

04.08.13 - Gestern fand im oberfränkischen Coburg die Wahlkampf-Auftaktkundgebung der MLPD für Bayern statt. Sie gab einen optimistischen Eindruck davon, was in den nächsten Wochen auch bundesweit die Offensive der MLPD für den echten Sozialismus und gegen den Antikommunismus prägen wird. Ein Korrespondent berichtet:

"Großen Beifall bekamen die ROTFÜCHSE und der REBELL für ihr neues Lied 'Wir sind alle Umweltkämpfer' zu Beginn der Auftaktkundgebung. Die Kundgebung wurde zunächst als Protestversammlung gegen die undemokratische Behinderung fristgerecht angemeldet, hatte die Stadtverwaltung der MLPD doch zunächst einen unbelebten Platz zugewiesen. Nachdem am Tag zuvor die Linkspartei auch den Marktplatz erhalten hatte, wurde dieser zentrale Standplatz trotz polizeilicher Einschüchterungsversuche offensiv erkämpft und die Wahlbehinderung damit durchbrochen.

Hunderte von Zuschauern erlebten ein mitreißendes Kulturprogramm mit tollen Liedern und der Vorstellung der Landeslisten-Kandidaten Bayerns und Thüringens. Der Parteivorsitzende und Spitzenkandidat der MLPD, Stefan Engel, ließ es sich nicht nehmen, in seiner Heimatregion mit einer angriffslustigen und vielseitigen Rede diesen Wahlkampf zu eröffnen. Er griff den 'Schlaftabletten-Wahlkampf' der bürgerlichen Parteien an, wo z.B. SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück allen Ernstes mit einem Mindestlohn-Vorschlag von 8,50 Euro hausieren geht. Wie soll man damit auch nur eine Familie ernähren können? Und die Ausbeutung wird dadurch schon gar nicht beseitigt. Stefan Engel verband die grundsätzliche Kritik an der bürgerlichen Politik mit der überzeugenden Verankerung des Wahlkampfmottos der MLPD 'revolutionär, radikal links - echter Sozialismus'.

Lisa Gärtner, die Vorsitzende des Jugendverbands REBELL, rief vor allem die Jugend auf, sich nicht mit Halbheiten zufrieden zu geben. Sie berichtete, dass manche Leute beim Wahlkampfmotto der MLPD erst mal zucken, und erläuterte mit einem Beispiel aus ihrem Beruf als Mechatronikerin: 'Wenn du eine Maschine reparieren musst, dann sind die Leute untauglich, die mit einem Kännchen Öl und Klebeband den Schaden nur oberflächlich beseitigen, du musst da dem Problem an die Wurzel gehen, um größeren Schaden zu vermeiden.' Das gelte übertragen auch auf das System des allein herrschenden internationalen Finanzkapitals.

Klaus Dumberger, auf Platz 1 der Landesliste der MLPD für Bayern, wies in einem kurzen Statement auf den Skandal um Gustl Mollath hin, der viele Leute in Bayern derzeit bewegt und ihre Zweifel wachsen lässt, dass es hier demokratisch zugeht. Mit dem Singen der 'Internationale' ging diese zukunftsweisende Auftaktkundgebung in der schönen Coburger Altstadt zu Ende und die Besucher nahmen viele Argumente für eine angriffslustige Offensive für den echten Sozialismus mit."

Etliche Teilnehmer fuhren anschließend direkt weiter zum diesjährigen "Waldfest" in der Ferien- und Freizeitanlage im nahe gelegenen Truckenthal, das von zahlreichen Vereinen, Organisationen und Einzelpersonen selbst organisiert wird. Eine Organisation ist der Jugendverband REBELL, der dort zur Zeit sein Sommercamp durchführt. Am "Waldfest" nahmen dieses Mal wieder rund 700 Leute teil - etwas mehr als im letzten Jahr. Auch die Feuerwehr und das THW aus Truckenthal waren dabei. Es gab einen Umwelttreff, verschiedene Infostände, einen Bastelstand, eine Spinnrad-Vorführung, einen Verkaufsstand mit selbst erzeugtem Wein, verschiedenste Spezialitäten-Stände und vieles mehr.

Das Programm ging los mit dem Fußballturnier um den antifaschistischen Wanderpokal und mit dem alljährlichen Neptunfest am Löschteich. An einer Podiumsdiskussion "Klimawandel oder Klimakatastrophe? Was tun zur Rettung der Umwelt?" saßen auf dem Podium neben Stefan Engel Vertreter der Grünen und der Piratenpartei sowie Michael Lutz von der Koordinierungsgruppe Umweltgewerkschaft. Die Diskussion wurde auf gleicher Augenhöhe geführt und war trotz kontroverser Standpunkte nicht von antikommunistischen Vorbehalten beeinflusst.

Ab 19 Uhr wurde die umgestaltete Waldbühne neu eröffnet. Erstmals wurden ehrenamtliche Helfer der Ferien- und Freizeitanlage geehrt. Beim Kulturprogramm traten unter anderem eine Kindertanzgruppe aus Rauenstein und der Zirkus "Rebellini" auf. Zum Ausklang spielte die Band "Sound Chaser" aus Teneriffa. Stefan Engel kündigte an, die schöne Waldbühne zukünftig alle zwei Jahre am Pfingstwochenende - zwischen den Internationalen Pfingstjugendtreffen - für ein Festival mit rebellischem und antifaschistischen Liedern zu nützen, was auf große Zustimmung stieß.