Politik

Neue Dopingstudie zeigt Verquickung von Sport und Regierung(en) in der BRD

Neue Dopingstudie zeigt Verquickung von Sport und Regierung(en) in der BRD
foto: andreas düllick

Viel Wirbel gibt es um einen Bericht der Humboldt-Universität Berlin: „Doping in Deutschland von 1950 bis heute ...“ im Auftrag des Deutschen Olympischen Sportbund. Der Bericht deckt auf, dass in der BRD seit den 1970er Jahren, flächendeckend gedopt wurde und es dabei eine systematische Einmischung von Seiten der Bundesregierungen gab. So sollen im Vorfeld der Olympischen Spiele 1972 in München Sportmediziner unter Druck gesetzt worden sein, die Leistungen der Sportler mit allen Mitteln auf Höchstleistung zu trimmen.

Zeitzeugen der betreffenden Regierungen geben sich ahnungslos. So der damalige Bundesinnenminister Hans-Dietrich Genscher: „Ich wüßte nicht, wer einen solchen Druck ausgeübt haben soll. Ich halte das für völlig ausgeschlossen.“ Die Liste der Mitwisser ist jedoch lang. Sie zeigt gut funktionierenden Seilschaften zwischen Sport, Wissenschaft und Politik.

Bekannt ist unter anderem der ehemalige grüne Landesminister in NRW, Michael Vesper. Er ist heute der Generaldirektors des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB). Vielsagend ist auch die Tatsache, dass das Bundesinstitut für Sportwissenschaften seit seiner Gründung 1970 dem Innenministerium untersteht.

In antikommunistischer Manier wurde jahrelang auf Doping in der bürokratisch-kapitalistischen DDR gezeigt. Und gleichzeitig die Mär von den angeblich sauberen West-Spitzen-Sportlern verbreitet. Dabei ging die Forschung in der BRD dahin, immer raffiniertere Substanzen zu gewinnen, die nicht nachweisbar waren. Es handelt sich dabei um hochwirksame Substanzen, von Anabolika über Testosteron und Östrogen verschiedenen Aufputschmitteln bis hin zum Blutdopingmittel EPO.

Sportler wurden über Jahre zu Versuchskaninchen, selbst an Minderjährige wurden solche Mittel ausprobiert. Die gesundheitlichen Risiken, denen man die Sportler aussetzte, wurden billigend in Kauf genommen oder vertuscht. Ein Argument, dass man die DDR-Praktiken bei Doping nicht mit denen der BRD vergleichen könne sei, dass die DDR-Sportler ohne ihr Wissen gedopt wurden. Im Umkehrschluss heißt das nichts anderes, als das westdeutsche Sportler offensichtlich in die Dopingpraxis eingebunden waren. Viele von Ihnen waren und sind als privilegierte Zeitsoldaten/innen oder bei der Bundespolizei untergebracht und damit ohnehin Teil des Staatsapparats. Spitzensportler stehen oft vor der Wahl: mitmachen oder Ende der Karriere.

Dass Sport so viel Begeisterung bei den Menschen auslöst zeigt, dass es ein Bedürfnis gibt, nach Spiel, Wettkampf und Bewegung. Vor allem für Jugendliche ist Sport ein wichtiger Freizeitausgleich. „Freundschaft im Wettkampf“ ist ein zentrales Motiv der sozialistischen Sportbewegung. Es ist auch das Motto beim Sport des REBELL auf dem Sommercamp in Truckenthal. Da wurde und wird fair der jeweilige Sieger ermittelt. So wurde am 3. August auch das Fußballturnier ausgetragen.

Doch im bürgerlichen Spitzensport geht es um Maximalprofite, um imperialistisches Prestige, wo dann einige Helden groß gefeiert werden. Für den Breitensport dagegen werden die Geldmittel gekürzt. Wir fordern: restlose Aufdecken des Skandals - Schluss mit Doping! Förderung des Breitensports!