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Streiks und Minenbesetzungen in Kolumbien und Rumänien

Streiks und Minenbesetzungen in Kolumbien und Rumänien
Die rumänischen Bergleute aus dem Jiu-Tal und ihre Angehörigen sind im Streik foto: Maria Bircu

08.08.13 - In verschiedenen Bergbauregionen der Welt kommt es zur Zeit zu harten Klassenauseinandersetzungen.

So befinden sich rund 200.000 Bergleute in 80 Gemeinden Kolumbiens seit dem 17. Juli im Streik. Streiks und Demonstrationen richten sich „gegen die Gesetze zur Ausrottung des traditionellen Bergbaus ..., während den multinationalen Bergbauunternehmen weiterhin Förderlizenzen ausgehändigt werden", sagte Mario Tangarife, Vorsitzender der Bergarbeitervereinigung Marmato. Durch brutale Polizeieinsätze gab es hunderte Verletzte und Festnahmen. Die Regierung Santos hat frühere Zusagen an die Bergleute und ihre Familien nicht eingehalten, weil internationale Bergbaumonopole ins Land drängen. Es geht um Bergleute aus rund 15.000 kleinen Gold-, Kohle- und Steinminen in Kolumbien.

Auch in Rumänien streiken Tausende Kumpels unter Tage. Die Bergarbeiter aus dem Jiu-Tal kämpfen gegen die völlig unzureichende Bezahlung durch die Bergwerkskonzerne und gegen die Stilllegungspläne für ihre Gruben. Der staatliche Bergbaukonzern Hunedoara weigert sich bisher, den Kumpels vertragliche zugesicherte Preise zu zahlen. Außerdem wollen Hunedoara und die rumänische Regierung die drei verbliebenen Minen im Tal bis 2018 schließen. Sollte Ministerpräsident Ponta ein gefordertes Treffen ausschlagen, wollen die Kumpels in den Hungerstreik treten. Die Bergleute aus dem Jiu-Tal sind unter den Kumpels Europas berühmt für ihre - „Mineriaden“ genannten - Proteste Anfang und Ende der 1990er Jahre. Damals brachten sie die Regierung von Petre Roman in Rumänien zu Fall.