Politik

1.500 demonstrieren gegen NPD-Wahlkampfkundgebung in Münster

Münster (Korrespondenz), 17.08.13: Die faschistische NPD führte im Rahmen ihrer "Deutschland-Tournee" am vergangenen Donnerstag eine Wahlkampfkundgebung durch. Der Termin, ursprünglich der 16. August, war vor gut einer Woche bekannt geworden. Daraufhin hatte das Bündnis "Keinen Meter den Nazis" zu der Gegendemonstration aufgerufen. Vertreter der CDU, SPD, Grünen, Piratenpartei und Linkspartei sowie der Gewerkschaften und vieler weiterer Gruppen schlossen sich dem Aufruf an. Auch die MLPD beteiligte sich.

Ursprünglich sollte die Wahlkampfkundgebung der NPD auf der Klemensstraße in Münsters Innenstadt stattfinden, wurde dann aber - nachdem sich mehrere Gegendemonstranten in der Innenstadt versammelt hatten - auf den Schlossplatz verlegt. Es ist anzunehmen, dass diese sehr kurzfristigen Verlegungen der Kundgebung, zunächst der Tag dann der Zeitpunkt und der genaue Ort, eine bewusste Strategie von der Stadt Münster gewesen ist, um die Gegendemonstranten zu verwirren und von der NPD-Kundgebung fernzuhalten.

Diese ging aber nicht auf. Die Demonstranten zogen nach Bekanntgabe der Verlegung durch die Innenstadt und protestierten auf dem Schlossplatz gegen die NPD, welche ihre Wahlkampfkundgebung mit einer Handvoll Teilnehmer - abgeschirmt von den Gegendemonstranten durch die Polizei - durchgeführt hat. Durch lautes Pfeifen und antifaschistische Protestrufe konnte jedoch von der Wahlkampfkundgebung der NPD kaum etwas verstanden werden. Somit wurde die Wahlkampfkundgebung der Faschisten zwar nicht verhindert, aber zumindest kräftig gestört. Ein Skandal jedoch, dass die NPD als faschistische Partei überhaupt zugelassen ist.