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Welle von Bergarbeiterstreiks in Südamerika

Welle von Bergarbeiterstreiks in Südamerika
foto: plucciola

20.08.13 - In der weltgrößten Kupfermine, Escondida in Chile traten am 15. August. 2.500 Bergleute in Streik. Sie fordern Auszahlung der Jahresprämie, bessere Arbeitsbedingungen und den Abbau von Überwachungskameras. Die Mine gehört mehrheitlich den australischen Konzernen BHP Billiton und Rio Tinto. In Peru streiken die Arbeiter der Eisenmine Shougang (chinesischer Konzern) für höhere Löhne. Bemerkenswert ist die anwachsende kämpferische Bewegung handwerklich arbeitender Bergleute. In diesem Bereich sind in Peru rund 500.000 Arbeitsplätze. Die informellen Gold-Bergleute in Peru beginnen diese Woche mit regionalen Streiks. Sie werfen der Regierung vor, dass sie nur zum Schein Genehmigungsverfahren durchführt, da die damit verbundenen Auflagen und Kosten untragbar sind. Damit werden die Bergleute in die Illegalität getrieben und die großen Bergbaukonzerne bekommen die Rechte. Die peruanische Regierung fördert skrupellos die Expansion der internationalen Monopole auf Kosten der Arbeiter, ihren Familien und der Umwelt. Der Bergbau- und Energieminister erklärte jetzt das Projekt "Conga" der Goldmine Yanacocha sei unverzichtbar. Seit Jahren kämpfen die Bewohner der Provinz Cajamarca gegen dieses Projekt, das das Trinkwasser vergiftet. Die Regierung will auch den Kupferabbau bis 2016 verdoppeln.

In Kolumbien ähnelt das Szenario. Dort traten im Juli 200.000 kleine Bergleute einen unbefristeten Streik. Sie fordern Abbaurechte und protestieren gegen Vertreibung durch die Regierung unter Präsident Santos. Bergleute kämpfen zusammen mit der Landbevölkerung gegen die Verwüstung breiter Landstriche durch den Raubbau der internationalen Monopole. In einigen Regionen schlossen sie sich dem landesweiten Streik der Landbevölkerung gegen die Ruinierung durch die internationalen Lebensmittelmonopole an, der am 19. August begann. Die Regierung militarisierte das Land und setzte Polizei gegen Straßenblockaden ein mit zahlreichen Verhaftungen. Seit Juli starben schon acht Menschen. Faschistische paramilitärische Banden begleiten die staatliche Repression. Gewerkschaftsaktivisten beim US-Bergbaukonzern Drummond erhielten Morddrohungen von einer Vereinigung "Los Rastrojos", die "den Abbruch jeder Aktivität zur Störung der sozialen Ordnung, wie Streiks oder Demonstrationen" fordert. Am 23. Juli begannen bei Drummond 3000 Steinkohle-Bergleute den Streik für bessere Arbeits- und Lohnbedingungen. Sie müssen 12 Stundenschichten an 6 Wochentagen fahren und werden nur stundenweise bezahlt. Sie treten auch für die 4.500 Leiharbeiter ein, die nur einen Viertel des Lohns bekommen.

Bergarbeiterdelegationen aus Kolumbien, Chile und Peru beteiligten sich zusammen mit Vertretern aus insgesamt 25 Ländern an der 1. Internationalen Bergarbeiterkonferenz im März 2013 in Arequipa/Peru. Diese gründete einer Internationalen Bergarbeiterkoordination als "Organisationsform der kämpferischen und klassenkämpferischen Bergarbeiterbewegung der Welt, um besser für unsere gemeinsamen Ziele kämpfen und sie durchsetzen zu können." (Gründungsresolution unter www.minersconference.org).