Politik

"Füttern verboten" gilt in Nordhessen nur für Kommunisten

"Füttern verboten" gilt in Nordhessen nur für Kommunisten
Bei der SPD gab es keinen Bratwurstkrieg foto: Gerbis

30.08.13 - Wer den gelungenen Wahlkampfauftakt der MLPD für die Bundestagswahl 2013 in Kassel erlebt hat, der wird ihn in bleibender Erinnerung behalten. Einerseits wegen des wunderbaren Sommerwetters, einer kämpferischen Rede von Stefan Engel und einer vor Optimismus und Begeisterung sprühenden Atmosphäre. Andererseits wegen der "Schlacht um die Bratwurst", die an diesem Tag geschlagen werden musste.

Die Stadt Kassel hatte den Teilnehmern der Kundgebung vor dem Rathaus bekanntermaßen verboten, dort zu essen und zu trinken. Begründet wurde dies damals mit einer "Gefährdung der öffentlichen Sicherheit". Außerdem sei es nicht nötig, so die Meinung der Stadt, der sich damals alle Gerichte bis hin zum Bundesverfassungsgericht anschlossen.

Warum das jetzt wieder aufs Tapet kommt? Weil die SPD in Kassel vor sechs Tagen eine große Wahlkampfveranstaltung mit Frank-Walter Steinmeier auf dem Opernplatz abhielt. Der geneigte Leser wird im ersten Moment Mitleid mit den armen Teilnehmern haben, ist doch bekanntlich in Kassel das Essen und Trinken bei solchen Veranstaltungen verboten. Weit gefehlt. Die "Hessisch-Niedersächsische Allgemeine" (HNA) hat auf ihrer Internetseite eine Fotostrecke von diesem Tag. Dort sind deutlich ein Bratwurst- und ein Bierwagen zu sehen.

Was nicht zu sehen ist, sind Einheiten der Bereitschaftspolizei. Diese musste die MLPD von ihrer Kundgebung erst vertreiben, bevor dort die Menschen Hunger und Durst stillen konnten. Wir stellen fest: "Füttern verboten" gilt in Nordhessen offensichtlich nur für Kommunisten und der Beschluss der Stadt, wie die Beschlüsse der Gerichte waren eindeutig antikommunistisch motiviert.

Die Fotostrecke der HNA kann hier angesehen werden.