Politik

"Erststimme2013.de": Politikwissenschaft oder Meinungsmanipulation?

"Erststimme2013.de": Politikwissenschaft oder Meinungsmanipulation?

Bremen (Korrespondenz), 07.09.13: In Bremen und Umgebung gibt es ein neues Internetportal: "Erststimme2013.de". Studenten der Uni Bremen haben 20 Fragen an Direktkandidaten ausgearbeitet. Jeder kann vergleichen, wie weit er mit den Antworten der Kandidaten übereinstimmt. Das ganze aber ohne die MLPD.

In den Medien wird breit über "Erststimme2013.de" berichtet und an Schulen damit geworben. Bremens Bürgerschaftspäsident Weber (SPD) dazu: "Jedes Körnchen, das zur politischen Information beiträgt ist wichtig."

Nachdem der Direktkandidat der MLPD für den Wahlkreis Bremen I, Wolfgang Lange, feststellte, dass man ihn bei dieser Plattform außen vor gelassen hat, wandte er sich an dessen Leiter, den Politikwissenschaftler Holger Döring. Die Antwort Dörings war höchst wissenschaftlich:

"Aus pragmatischen Gründen können wir nicht alle in den Wahlkreisen antretenden Kandidatinnen und Kandidaten in Erststimme 2013 aufnehmen. Die bundesweite Relevanz der Parteien stellt das objektive Auswahlkriterium für eine Aufnahme dar. Nur Kandidatinnen und Kandidaten, der Parteien, denen seit Beginn dieses Jahres Stimmanteile von durchschnittlich mehr als 2 Prozent prognostiziert wurden, werden daher von 'erstimme2013.de' berücksichtigt. Die etablierten Prognoseinstitute können Parteien mit weniger als 2 Prozent Stimmanteil nicht verlässlich erfassen. Annahmen über die Relevanz dieser Parteien können daher nicht objektiv erfolgen. ..."

Man muss allerdings wissen, dass verschiedene Umfrageinstitute, nach deren Ergebnissen hier die Relevanz angeblich gemessen wird, bewusst gar nicht nach der MLPD fragen. Was sind das nur für heuchlerische Scheindemokraten!