Sozialismus

168 Millionen Kinder von Kinderausbeutung betroffen - UN-Programme gescheitert

168 Millionen Kinder von Kinderausbeutung betroffen - UN-Programme gescheitert
Kinderarbeiter in einer Werkstatt im indischen Orissa (rf-foto)

26.09.13 - Die Internationale Arbeitsorganisation ILO veröffentlichte am Montag ihren neuen Bericht über Kinderarbeit. "Als Kinderarbeiter gilt, wer mehr als nur leichten oder auf wenige Stunden begrenzten Tätigkeiten nachgeht", so die Definition der ILO. Unter heutigen Bedingungen handelt es sich dabei in aller Regel um eine extreme Form der kapitalistischen Ausbeutung. 168 Millionen Kinder zwischen 5 und 17 Jahren sind davon betroffen, rund 44 Prozent davon sind jünger als 11 Jahre. Mehr als die Hälfte der Jungen und Mädchen schuften unter Bedingungen, die ihre Gesundheit, Sicherheit und Entwicklung gefährden: in Bergwerken, mit giftigen Stoffen und gefährlichen Maschinen, stundenlang ohne Pause, bei ohrenbetäubendem Lärm, mit schwerer körperlichen Belastung, oder sogar gezwungen zur Prostitution bzw. zum Kindersoldaten.

Zwar haben sich die Zahlen seit 2000 gerade bei den Jüngeren vermindert. Wenn das allerdings jetzt in den Medien als Erfolg verbucht wird, so dient das vor allem der Beschönigung. Denn viel hat sich nicht geändert, seit vor etwa 13 Jahren 173 Staaten ein Abkommen unterzeichnet haben, in dem sie sich verpflichten, Programme zur Bekämpfung der Kinderausbeutung ins Leben zu rufen. Zwar registriert die ILO seitdem eine wachsende Zahl nationaler Aktionspläne und Gesetze, eine wirkliche Hilfe sind diese aber kaum. Das Ziel, bis 2016 die schlimmsten Formen zu beseitigen, wurde bereits aufgegeben.

168 Millionen Kinder, die ausgebeutet werden, sind eine einzige Anklage gegen das kapitalistische Gesellschaftssystem, gegen die weltweite Alleinherrschaft des internationalen Finanzkapitals, das der Jugend keine Zukunft bietet. Patenschaften für Kinder wie über die UNESCO, Spenden für Schulen und Gesundheitsmaßnahmen, zeigen die Hilfsbereitschaft vieler Menschen. Doch wenn sie nicht mit dem Kampf zur Beseitigung der Ursachen verbunden sind, werden sie objektiv zur Unterstützung der imperialistischen Heuchelei ausgenutzt. Auf ganz andere Art beschäftigte sich ein eigenes Jugendforum auf der 1. Internationalen Bergarbeiterkonferenz in Peru mit diesem Thema (siehe "rf-news" vom 2.3.13).

Eine lebendige Auseinandersetzung gab es um die Forderung nach "Verbot der Kinderarbeit". Sie geht aus zwei Gründen in die falsche Richtung. Gerade in neokolonial ausgebeuteten und unterdrückten Ländern sind oft ganze Familien vom Broterwerb der Kinder existentiell abhängig. Notwendig sind hier verbindliche internationale Reglements und Standards zum Schutz der arbeitenden Kinder. Gleichzeitig muss die eigenständige Organisierung von Kindern gefördert werden. Das umfasst die Organisierung in Gewerkschaften, vor allem aber den Aufbau revolutionärer Jugend- und Kinderorganisationen, wie z.B. des REBELL und der ROTFÜCHSE in Deutschland.

in einer sozialistischen Gesellschaft werden Kinder und Jugendliche systematisch an die gesellschaftliche Produktion herangeführt. Hier lernen sie, Respekt vor der Arbeit zu entwickeln, Verantwortung zu übernehmen und ihre körperlichen und geistigen Fähigkeiten auszubilden. Ausbeutung von Kinderarbeit wird dann genauso wie kapitalistische Ausbeutung überhaupt der Vergangenheit angehören. Dazu heißt es im "Klartext"-Flyer "MLPD für die Zukunft der Jugend": "Die Zukunft der Jugend liegt im echten Sozialismus, in der Abschaffung des kapitalistischen Profitsystems. Als Vorkämpferin des Neuen ist die Jugend herausgefordert, Verantwortung für den sozialistischen Aufbau und seine Verteidigung zu übernehmen."