Betrieb und Gewerkschaft

Einstündige selbständige Aktion bei Voith in Heidenheim

Heidenheim (Korrespondenz), 24.09.13: Wie ja bereits bekannt, sollen im Voith-Konzern mindestens 800 Arbeitsplätze vernichtet werden. Letzte Woche wurde konkreter benannt, dass bei Voith Paper in der Produktion 105 Arbeitsplätze weg fallen sollen. Deshalb fand am 23. September eine einstündige selbständige Aktion statt. Ca. 200 Kollegen von Voith Paper wollten wissen, wie es um ihre Arbeitsplätze steht. Geschäftsführer Sollinger wurde aufgefordert, dazu Stellung zu nehmen.

Am 24. September sollte bei den Verhandlungen beschlossen werden, wie die Arbeitsplätze "sozialverträglich" abgebaut werden sowie unter anderem 10 Prozent weniger Arbeiten und damit auch 10 Prozent weniger Lohn für alle durchgesetzt werden. Die Kollegen sind stinksauer und der große Zusammenhalt hat gezeigt, dass sie sich nicht mit der Arbeitsplatzvernichtung abfinden wollen.

Zudem sind die Kollegen empört über die Verlagerung von Bereichen der Produktion nach China. Die Produktion soll laut Sollinger in Heidenheim konzentriert werden, was aber heißt, dass sie dann an anderen Standorten wie Krefeld und St. Pölten weg fällt. Das kann nicht in unserem Interesse sein, weil es auch dem Kampf um jeden Arbeitsplatz entgegensteht. Dieser muss an jedem Standort geführt werden. Wir sind eine Belegschaft und dürfen uns nicht gegeneinander ausspielen lassen.

Die Aktion war gut und die Kollegen wollen sich nicht auf die außerordentliche Betriebsversammlung am 26. September vertrösten lassen. Vielmehr fordern sie direkt nach den Verhandlungen heute wieder Information ein.