Umwelt

Fünf Verletzte nach Austritt von Kohlenmonoxid im BAYER-Werk Brunsbüttel

Fünf Verletzte nach Austritt von Kohlenmonoxid im BAYER-Werk Brunsbüttel
Im Bayer-Werk Brunsbüttel ist hochgiftiges Kohlenmonoxid ausgetreten (foto: Zonk43)

Düsseldorf (Korrespondenz), 26.09.13: Im Brunsbütteler BAYER-Werk kam es zu einem schweren Zwischenfall: zwei Beschäftigte wurden bewusstlos aufgefunden, drei weitere wurden durch das Einatmen giftiger Gase verletzt. Ein Betroffener schwebte in Lebensgefahr und musste reanimiert werden. Die Polizei gab zunächst an, dass es sich bei dem Giftstoff wahrscheinlich um Kohlenmonoxid (CO) handele. Dies wurde am 25. September "definitiv bestätigt".

Die "Coordination gegen BAYER-Gefahren" (CBG) fordert, dass der Unfall Konsequenzen für die CO-Pipeline zwischen den BAYER-Werken Dormagen und Krefeld haben muss. Philipp Mimkes vom Vorstand der CBG: "Giftige Gase wie Chlor, Kohlenmonoxid oder Phosgen dürfen allenfalls in gut gesicherten Werken verarbeitet werden. Ein Transport solcher hochgefährlichen Chemikalien verbietet sich - zumal durch dicht besiedelte Wohngebiete. Es wäre unverantwortlich, die Bevölkerung diesem unnötigen Risiko auszusetzen."

Durch einen Vollbruch der Kohlenmonoxid-Pipeline wären laut einem Gutachten der Stadt Ratingen mehr als 100.000 Anwohner gefährdet. Auch Polizei, Feuerwehr und medizinische Dienste haben erklärt, dass sie die Sicherheit der Bevölkerung bei einem Unfall nicht gewährleisten können. Die "Coordination gegen BAYER-Gefahren" fordert den BAYER-Konzern seit vielen Jahren auf, zum Schutz von Beschäftigten und Anwohnern gefahrlosere Verfahren zu entwickeln. Beispielsweise kann der Kunststoff Polycarbonat ohne den Einsatz des Ultra-Gifts Phosgen produziert werden. Anders als die Konkurrenz setzt BAYER solche ungefährlicheren Verfahren jedoch noch nicht ein.