Betrieb und Gewerkschaft

Protestversammlung bei Outokumpu in Krefeld: Große Wut über Schließungsplan für Bochum

01.10.13 (16.30 Uhr) - Rund 700 bis 800 Kolleginnen und Kollegen versammelten sich um 13 Uhr vor dem Hauptgebäude des Outokumpu-Stahlkonzerns für Deutschland in Krefeld. Die Geschäftsführung begründete die vorgezogene Schließung des Werks in Bochum und geplante Vernichtung von bundesweit 900 Arbeitsplätzen an verschiedenen Standorten. Als ihr Sprecher sein "außerordentliches Bedauern" darüber ausdrückte, bekam er die große Wut der Versammelten zu spüren. 

Betriebsrats-Vertreter aus Krefeld, Bochum und Dillenburg beklagten vor allem, dass Outokumpu den Vertrag zur Vermeidung betriebsbedingter Kündigungen einhalten müsse. Wie wenig dieser Vertrag taugt, bestätigt sich doch jetzt genauso wie die Schlussfolgerung, dass dagegen nur der entschlossene Kampf um jeden Arbeitsplatz hilft.

Die Solidarität von anwesenden Kolleginnen und Kollegen von ThyssenKrupp Duisburg sowie aus dem Duisburger Klinikum wurde mit großer Offenheit entgegen genommen. Auch etliche Familienangehörige - unter anderem mit Kinderwagen - waren gekommen. Die MLPD war ebenfalls mit Fahne vertreten. Es wurden Faltblätter der "Klartext"-Reihe - vor allem zur Forderung nach der 30-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich - verteilt und die "Rote Fahne" verkauft.

Jüngere Kollegen fragten: "Wer sagt uns denn, wie wir kämpfen sollen?" Andere meinten: "Wenn Outokumpu sich nicht an den Vertrag hält, brauchen wir uns auch nicht daran zu halten!" Es gab intensive Beratungen, wie nun der konzernweite Kampf, aber auch der gemeinsame Kampf mit den ebenfalls von Stilllegungen betroffenen Opelanern und Bergleuten organisiert werden muss.

Auch in Krefeld wurde während der Kundgebung nicht gearbeitet. Damit gibt es bereits zwei selbständige Streikaktionen in Krefeld und im Bochumer Werk (siehe "rf-news"-Meldung).