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Kampf der Hafenarbeiter in Rotterdam gegen tariflosen Zustand - länderübergreifende Zusammenarbeit gefordert

Kampf der Hafenarbeiter in Rotterdam gegen tariflosen Zustand - länderübergreifende Zusammenarbeit gefordert
Rotterdamer Hafenterminal (foto: rodemorgen.nl)

18.10.13 - Bereits am 7. Oktober kam es zu mehreren kurzen Streiks der Hafenarbeiter in Rotterdam. Seit mehreren Jahren verhandelt die Gewerkschaft FNV über den Abschluss eines Tarifvertrages für die neuen Terminals auf der Maasvlakte 2 in Rotterdam, die 2014 eröffnet werden. Der Terminal von APMT Rotterdam verliert mit der Eröffnung von APMT2 80 Prozent seiner Linien. Deshalb kämpfen die Kollegen darum, dass sie zu den gleichen Bedingungen auf dem neuen Terminal arbeiten können und übernommen werden. In der neuesten Ausgabe der Zeitung "De Volle Lading" für die Hafenarbeiter in Rotterdam und andere Häfen in den Niederlanden wird berichtet:

"Gemeinsamer Kampf ist genau richtig und notwendig. Es ist eine Sache der Hafenarbeiter im gesamten Containerbereich, der nur mit Kampf gelöst werden kann. Die Hafenarbeiter schrieben ein Flugblatt, das mit den Sätzen beginnt: 'Hafenarbeiter aus Rotterdam, wir sind an einem Wendepunkt angekommen. Es ist Zeit, zurückzuschlagen. In den letzten Jahren haben die Unternehmer die Belegschaften ausgedünnt. Wir kennen alle die Arbeitsverträge auf Abruf bei den Umschlags- und Laschbetrieben.'

Im weiteren werden dann im Flugblatt die Verschlechterungen aufgezählt, die die Geschäftsleitung des APMT2 (Terminal 2 der AP Møller-Mærsk-Terminals auf der Maasvlakte 2) durchsetzen will: Lohnkürzungen, weniger Urlaub, vollständige Auflösung von verbindlichen Schichten, keine Rentenansprüche ... 'Wenn die Herren damit durchkommen, bedeutet das einen Kahlschlag im Hafen. Schluss mit dem Gerede! Es wird kein Container im neuen Terminal angerührt, bis es nicht den gleichen Tarifvertrag wie auf den anderen Terminals gibt!'

Das ist genau die richtige Antwort auf den Versuch, mit der Maasvlakte II einen tarif- und rechtlosen Zustand der Hafenarbeiter in den Terminals auf der neuen Maasvlakte durchzusetzen. Die Kollegen ließen ihren Worten am 7. Oktober Taten folgen. Die Nachtschicht legte die Arbeit nieder und demonstrierte zum APMT2, um dort eine Kundgebung abzuhalten. Mit kurzen Arbeitsunterbrechungen und Arbeit nach Vorschrift in den darauf folgenden Tagen verliehen sie ihren Forderungen weiteren Nachdruck. Damit geben sie den Kollegen in den anderen Bereichen und Branchen ein gutes Beispiel, weitere Verschlechterungen nicht mehr zu dulden."

Der Streik zeigt bereits Wirkung. Aus Angst leitete Maersk bereits am letzten Wochenende die "Emma Marsk" (15.500 TEU) nach Antwerpen um. Heute passiert das Gleiche mit der "Mary Maersk" (18.270 TEU) und am Sonntag mit der "Evelyn Maersk" (15.550 TEU). Darum haben die Kollegen und Genossen von "De Volle Lading" die Kollegen in Antwerpen aufgerufen, keinen Streikbruch zu begehen, und sich an den IDC (International Dockworkers Council) gewandt. Der ganze Vorgang zeigt die Verletzbarkeit der Reedereien mit ihren Großcontainerschiffen, wo jede Ladeverzögerung zu großen Verlusten führt.

Die Initiativgruppe Hafen Hamburg der MLPD erklärt sich mit dem berechtigten Anliegen und Kampf der Rotterdamer Hafenarbeiter solidarisch und wird den Kollegen in Hamburg über ihren Kampf berichten und nach Kräften die Solidarität organisieren.