Betrieb und Gewerkschaft

Opel Bochum: "Offensiv" geht für die Einheit im Kampf um den Erhalt des Werks und gegen Mobbing in die Offensive

Opel Bochum: "Offensiv" geht für die Einheit im Kampf um den Erhalt des Werks und gegen Mobbing in die Offensive
Gegen die Werksschließung muss gemeinsam gekämpft werden. Ätzende Spaltung durch Mobbing hat dabei keinen Platz. (rf-foto)

25.10.13 - Anfang dieser Woche wurde von der Betriebsratsliste "Offensiv" bei Opel Bochum ein Flugblatt mit dem Titel: "Ruhigste Werksschließung aller Zeiten!? - Lügen und Mobbing im Betriebsrat" herausgegeben, aus dem wir Auszüge veröffentlichen. Es legt dar, dass die Mehrheit des Betriebsrats-Gremiums die Einheit im Kampf um den Erhalt des Werks aufgegeben hat und zum Verrat an der Opel-Belegschaft übergegangen ist. In diesem Zuge mobbt und diskreditiert sie führende Repräsentanten der klassenkämpferischen Richtung in der Belegschaft. Zwölf Kollegen unterzeichneten das Flugblatt namentlich.

In dem Flugblatt wird Publizität über die Auseinandersetzung hergestellt und es nennt Roß und Reiter. Wie "Offensiv"-Betriebsrat Rainer Weinmann gegenüber "rf-news" erklärte, polarisiert das Flugblatt und führt zu lebhaften und vorwärtstreibenden Diskussionen unter den Kollegen: "Es hat sich eine Auseinandersetzung in der Belegschaft entwickelt. Ein kleiner Teil der Kollegen gibt sich aggressiv. Zwanzig Prozent der Kollegen begrüßen unseren Vorstoß sehr und sind begeistert. Die größte Gruppe der Kollegen hat das Flugblatt sehr nachdenklich aufgenommen. Sie denken gründlich darüber nach und stellen sich auch weitergehende Fragen."

Ein Kollege sagte dazu an die Adresse der Betriebsratsmehrheit: "Ihr führt Geheimverhandlungen, aus denen wir nicht das Geringste erfahren, obwohl es um uns geht. Ich will wissen, was hier los ist. Wir sind doch keine Bittsteller. Wieso können die einfach ein Werk schließen und wir dürfen nichts dagegen machen?" In dem Flugblatt heißt es unter anderem:

"Seit Monaten werden wir von GM belogen und betrogen. Werk II wird kurz nach der Bundestagswahl mir nichts dir nichts drei Monate früher geschlossen. Die Schließung von Werk II ist das 2. Nokia! ... Was ist hier eigentlich los? Im März gab es eine große Einheit in Betriebsrat und Belegschaft, die Abwicklung nicht zu dulden (76 Prozent Ablehnung des Erpresser-Vertrags). ... Diese Einheit hat die Mehrheit des BR-Gremiums aufgegeben und ist inklusive früherer 'Oppositioneller' von Klartext und Dialog zum Verrat an der Opel-Belegschaft, und damit an allen Arbeitern, übergegangen. Vor allem seit dem die Nachtschicht mit ihrem Streik die Ruhig-Halte-Taktik durchbrochen hat, schrecken sie nicht mal vor Mobbing und Lügen gegenüber Kollegen zurück.

... Betriebsräte vertraten überheblich: 'Wieso regt ihr euch so auf? Es war doch seit zwei Jahren bekannt, dass Werk II geschlossen wird.'

Die Offensiv-Betriebsrätin musste sich auf einer Betriebsratssitzung den völlig unsinnigen Vorwurf anhören: "Im BR guckst du in die Luft und hast nicht den Arsch in der Hose, Vorschläge zu machen, und dann machst du unabgesprochene Einzelaktionen." Obwohl dem Verleumder bestens bekannt ist, dass sie "in fast jeder Betriebsratssitzung konkrete Vorschläge für Aktionen macht.

Uns ist klar", schreiben die Kollegen in ihrem Flugblatt weiter, "dass wir mit diesem Flugblatt in ein Wespennest stechen werden. Man kann schon das Geschrei hören: 'Interna aus dem Betriebsrat werden nach außen getragen' und: 'Ihr macht die Einheit kaputt.'

Dazu erklären wir von Offensiv ausdrücklich:

1. Hat die Belegschaft etwa kein Recht zu wissen, was ihre Vertreter hinter verschlossenen Türen treiben?

2. Einer Einheit der gemeinsamen Abwicklung werden wir uns nicht unterordnen!

... Wir sind entschieden für die Einheit. Die Einheit:

Für den Kampf um jeden Arbeitsplatz!

Für den Erhalt der Fahrzeugproduktion!

Für die Zukunft der ganzen Region! 

Null Toleranz für Mobbing!"