Wirtschaft

Stress, Arbeitshetze und Druck steigen sprunghaft

Stress, Arbeitshetze und Druck steigen sprunghaft
Die Arbeitshetze und damit der Stress nehmen international zu (foto: Ford Motor Co.)

05.11.13 - 57 Prozent aller Deutschen sind nach einer neuen Forsa-Studie im Auftrag der Techniker-Krankenkasse (TK) mit dem Titel "Bleib locker, Deutschland" "häufig oder manchmal im Stress". Der Stress im Beruf ist für 47 Prozent der Befragten Belastungsfaktor Nummer eins im Leben. Als Stressgründe genannt werden "zu viel Arbeit", "Termindruck" und "Störungen". Die Folgen, die sich für das Gros der Betroffenen daraus ergeben, sind ernst:

Für 59 Prozent der Befragten endet das Dauerfeuer aus zu viel und zu harter Arbeit, Schichtarbeit, Nachtschicht, Arbeitshetze bis hin zu Mobbing am Arbeitsplatz in Krankheiten wie Depressionen, Angstzuständen, Magenproblemen, Schlafstörungen, Tinnitus, Kopfschmerzen etc. In der Folge verstärken sich weitere Krankheiten wie Alkoholismus, wenn 38 Prozent der befragten Männer Alkohol als "Stressbekämpfer" angeben. 80 Prozent der 36- bis 45-jährigen sehen sich in einer angespannten und anstrengenden Lebenssituation.

Der Druck wächst gravierend in den letzten Jahren - im Zuge der Weltwirtschafts- und Finanzkrise. Zwei von drei Befragten gaben an, dass Stress und Druck in den letzten drei Jahren zugenommen haben.

In der Studie heißt es durchaus zutreffend: "Stress ist eine tolle Sache. Als Reaktion auf äußere Reize befähigt er zu besonderen Leistungen. Positiver Stress und Kreativität hängen eng zusammen, sie bedingen Fortschritt und Weiterentwicklung." Aber genau diesen von der Natur angelegten Automatismus machen sich die Kapitalisten zu Nutzen, um die Ausbeutung zu steigern. Sie sind der Auslöser des zerstörerischen Stress für immer mehr Beschäftigte und das ist alles, nur keine "tolle Sache".

Rücksichtslos nehmen die Kapitalisten - allen voran die internationalen Übermonopole - psychische und körperliche Krankheiten bei ihren Belegschaften in Kauf, wenn es nur hilft, die Profite zu steigern. Durch üble Psychomethoden wie Mobbing werden oft kämpferische Kollegen traktiert.

Die Folgen für die werktätigen Massen legt die besagte Studie durchaus dar. Aber die objektiven Ursachen der dramatischen Zunahme zerstörerischer Stresssituationen werden vertuscht oder verharmlost: "Gestresst zu sein, gehört heute fast zum guten Ton. Denn wer Stress hat, ist gefragt. … Stress zu verteufeln, führt aber nicht weiter."

Jens Baas, Vorstandschef der TK geht so weit, das Problem in die Richtung eines Hirngespinstes zu rücken: "Stress wird subjektiv empfunden. ... Maßgeblich müssen dabei nicht einmal objektive Begleitumstände sein. Es geht mithin darum, die innere Einstellung zu verändern." So fasst die "Frankfurter Rundschau" Baas' Standpunkt zusammen.

Eigentlich ist Arbeit und selbstloser Einsatz für viele Menschen ein richtiges Lebenselixier - auch wenn es manchmal dabei stressig zu geht. Nicht Arbeit an sich ist für den negativen Stress verantwortlich, sondern die Ausbeutung der Arbeitskraft und ihre Verschärfung. Das kapitalistische Ausbeutungssystem zu beseitigen, wird gesamtgesellschaftlich ein völlig neues Arbeiten ermöglichen. Psychoterror und Arbeitshetze werden dann der Vergangenheit angehören. Solidarität und gemeinschaftliches Arbeiten zu Gunsten der Masse wird dann die Devise der Stunde sein. Dafür lohnt sich auch die Veränderung der "inneren Einstellung" - hin zu einem revolutionären Bewusstsein. Und das wäre dann auch wirklich eine "tolle Sache".

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