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Taifun-Katastrophe in Südostasien: Ein Fanal des Übergangs zur globalen Umweltkatastrophe

Taifun-Katastrophe in Südostasien: Ein Fanal des Übergangs zur globalen Umweltkatastrophe

Haiyan beim Erreichen der Philippinen aus dem All gesehen (foto: NASA)

11.11.13 - Mit dem Super-Taifun "Haiyan", der am Freitag und am Wochenende auf den Philippinen getobt hat, ist erstmals ein Sturm aufgetreten, dessen Gewalt alles in den Schatten stellt, was dort in den letzten 30 Jahren an Naturkatastrophen aufgetreten ist. "Haiyans" Vernichtungspotential in Form von meterhohen Flutwellen, die sogar Frachtschiffe noch hunderte Meter weit ins Land befördert haben, war so groß, dass insgesamt neun Millionen Menschen direkt betroffen sind. Mindestens 10.000 Menschen sind tot. Die Stadt Tacloban wurde zu 80 Prozent ausradiert. Allein in der Provinz Leyte wurden vier Fünftel aller Häuser zerstört. 800.000 Menschen mussten flüchten, viele von ihnen haben ihr Hab und Gut verloren. 330.000 harren in Notunterkünften aus. Aktuell bietet sich auf dem Archipel ein Bild des Grauens.

Der Taifun erreichte Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 360 Kilometern pro Stunde. Er ist bereits der elfte Taifun in Südostasien binnen sieben Wochen. Die Häufung der Super-Taifune hängt unmittelbar mit der Erwärmung der Weltmeere durch den unnatürlichen Treibhauseffekt zusammen. "Haiyan" wurde zum Fanal des Übergangs zur globalen Umweltkatastrophe!

Während sich bereits im Vorfeld der UN-Weltklimakonferenz, die heute in der polnischen Hauptstadt Warschau beginnt, abzeichnet, dass auch dort wieder "außer Spesen nichts gewesen" sein wird, sehen sich die Massen weltweit mit den Auswirkungen der völlig verantwortungslosen Klima- und Umweltpolitik der Herrschenden konfrontiert.

So hat die polnische Regierung schon angekündigt, in ihrer Rolle als Gastgeberin der Weltklimakonferenz eine Verpflichtung zu höheren Zielen beim Kohlendioxidausstoß verhindern zu wollen. Gerade der Ausstoß von CO2, dass für die Erwärmung des Klimas mit hauptverantwortlich ist, müsste sofort auf ein absolutes Minimum heruntergefahren werden. Stattdessen hat er sich in den letzten Jahren erhöht, 2012 um weitere 1,1 Prozent. Die Auswirkungen ihres Tuns bezahlen die Menschen auf den Philippinen und jetzt auch in China und Vietnam mit dem Leben. Allein in Vietnam sind 100.000 Menschen auf der Flucht.

Doch es regt sich auch Widerstand. Die betroffenen Massen auf den Philippinen sind wütend und fordern Aufklärung und Gerechtigkeit. Zu ersten Protesten gegen die Regierung Aquino und die hinter ihr stehenden Monopole ist es schon gekommen. Die Menschen sehen, wer für ihr Unglück verantwortlich ist, denn sie wurden durch die Regierung nicht gewarnt.

In einer aktuellen Stellungnahme der Kommunistischen Partei der Philippinen (CPP) heißt es: "Die Kommunistische Partei der Philippinen (CPP) bringt ihre Solidarität mit den Millionen Betroffenen zum Ausdruck, die von Supertaifun 'Yolanda' (internationaler Name 'Haiyan') betroffen sind. Der Sturm verwüstete Provinzen in Ost- und Zentral-Visayas, in Panay, Negros, Masbate, Mindoro, Palawan und auf anderen Inseln ebenso, wie Gebiete in Ost- und Süd-Mindanao, Nord-Mindanao und Provinzen in Süd-Luzon. Gleichzeitig ruft die CPP zu einer Massenmobilisierung im ganzen Land auf, um Hilfsgüter, Hilfsgelder und Sänitätseinrichtungen zur Verfügung zu stellen. Sie ruft die Menschen in den weniger betroffenen Gebieten auf, die maximale Hilfe für die direkt Betroffenen möglich zu machen."

Es ist empörend, wenn in den bürgerlichen Massenmedien zum Teil die angeblichen Plünderungen einseitig in den Vordergrund gerückt werden. Damit soll unter anderem der Einsatz von Militär - auch der US-Armee - in den betroffenen Regionen gerechtfertigt werden. Es ist angesichts des hunderttausendfachen Leids auf den Inseln an Zynismus kaum zu überbieten, wenn zu diesem Zweck Militär eingesetzt wird, statt den Menschen unbürokratisch und sofort zu helfen.

Die Rettung der Umwelt vor der Profitwirtschaft wird immer mehr zur existentiellen Aufgabe. Das wird aber nicht durch Weltklimakonferenzen erreicht, sondern nur durch den geballten Kampf der Massen weltweit. Ein guter Termin dazu ist der Weltklimatag am 16. November, der von der "Internationalen Koordinierung revolutionärer Organisationen und Parteien" (ICOR) zum Kampftag zur Rettung der natürlichen Umwelt ernannt worden ist. Weltweit werden hierzu Aktionen stattfinden.

Wer für die Opfer auf den Philippinen spenden will, kann das über die Solidaritäts- und Hilfsorganisation "Solidarität International" tun (siehe Artikel dazu). Wie "rf-news" erfahren hat, überlegen sich bereits einige Montagsdemonstrationen, heute die Solidarität mit den Taifun-Opfern auf den Philippinen und den Protest gegen den imperialistischen Umweltbetrug in Warschau ins Zentrum zu rücken.

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